Mit einem Korb fing alles an – Offenbacher Weltladen garantiert seit 25 Jahren einen fairen Handel

Gutes Gewissen inklusive

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Ulla (links) und Gerhard Suchan mit Kundin Ruth Regehly: Der Weltladen wird 25 Jahre alt und feiert das am Sonntag, 19. September, ab 10.30 Uhr an der Gustav-Adolf-Kirche. Den Gästen bieten die Macher unter anderem ein „Dschungel-Cafe“ mit vielen Kaffee-Variationen.

Offenbach ‐ Eine Frau deckt sich mit Kaffee und Tee ein, ein junges Mädchen sucht nach einem Geschenk für ihre Mutter und die Besitzerin der Eisdiele gegenüber kauft einen Bund Bananen für die selbst gemachte Tropic-Kreation. Im Weltladen in Bürgel herrscht am Donnerstagvormittag reges Kommen und Gehen.

von Denis Düttmann

Die Kunden stöbern in den Regalen des kleinen Geschäfts neben der Gustav-Adolf-Kirche, schnuppern hier an den Gewürzen und streicheln dort über die geschnitzten Holzskulpturen, wechseln einige Worte mit der Frau an der Kasse und nehmen schließlich noch eine Tafel Schokolade mit. „Von den Bürgelern wird der Laden gut angenommen“, sagt die Vorsitzende des Trägervereins Ulla Suchan. „Aber auch Kunden aus der Innenstadt, Rumpenheim, Waldhof und Mühlheim kommen regelmäßig zu uns.“

Mit einem kleinen Korb fing vor 25 Jahren alles an: Nach den Gottesdiensten verkauften die Aktivisten der Friedensgruppe aus dem geflochtenen Behältnis fair gehandelten Kaffee aus Nicaragua und Tee aus Nepal an die Gemeindemitglieder. Später zogen sie dann in einen Schuppen in der Kurfürstenstraße. Der erste Laden war gerade mal sechs Quadratmeter groß und verfügte noch nicht einmal über eine Heizung. Seit zehn Jahren bietet der Verein seine Produkte aus fairem Handel nun in dem kleinen Geschäft in der Langstraße an. „Der gesamte Neubau ist von Sponsoren finanziert“, erzählt Gerhard Suchan. „Ein Architekt hat uns kostenlos die Pläne erstellt, verschiedene Firmen haben Material gespendet und Lehrlinge aus der August-Bebel-Schule haben die Wände gemauert.“

Auf 19 Quadratmetern finden die Kunden heute neben Kaffee und Tee auch hölzerne Elefanten, farbenfrohe Körbe, bedruckte Schals und blecherne Spielzeugautos. Gerade bei den Lebensmitteln hat der Weltladen echte Spezialitäten im Angebot: Feines Muskat aus Sri Lanka, die arabische Gewürzmischung Za'atar aus Palästina und so manchen edlen Tropfen aus den Weinbergen Südafrikas. Eher etwas für den ganz speziellen Geschmack ist die Schokolade mit Fleur de Sel, mehrheitsfähiger sind da wohl die gerösteten Mandeln oder Macadamia. „Unsere Produkte haben eine sehr gute Qualität“, versichert Gerhard Suchan. „Da können wir uns durchaus mit so manchem Feinkostladen messen.“

Doch die Leckereien schmecken nicht nur, man kann sie auch guten Gewissens genießen. Denn wo andere Importeure durch Kinderarbeit, mangelnden Arbeitsschutz und Lohndrückerei ihre Gewinnmargen maximieren, stehen die Hauptlieferanten des Weltladens für fairen Handel. „Wir können garantieren, dass die Produzenten gerecht entlohnt werden, Verkaufsstrukturen und Preise transparent sind und ein effektiver Arbeitsschutz gewährleistet wird“, erklärt Ulla Suchan.

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