Ulla Schmidt-Frey verabschiedete sich nun offiziell von Bachschule, Schülern und Kollegen

Gutes Klima entscheidend geprägt

„Ich war immer gerne Lehrerin“, sagt Ulla Schmidt-Frey. Nun wurde sie offiziell von der Schulgemeinde verabschiedet.

Offenbach - (ddü) Der Abschied fällt ihr nicht leicht. Gerne wäre Ulla Schmidt-Frey noch ein paar Jahre länger Leiterin der Bachschule geblieben, hätte den Schüler Englisch beigebracht und das Konzept der Schule weiterentwickelt. Doch jetzt muss die Rektorin aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Ruhestand gehen.

Bereits seit Oktober vergangenen Jahres ist die 56-jährige Pädagogin außer Dienst - nun verabschiedete sich die Schulgemeinde mit einer Feier offiziell von ihrer Leiterin.

Ulla Schmidt-Frey stammt aus Melsungen, hat in Gießen Englisch, Deutsch und Sport auf Lehramt studiert und drei Jahre in einer Schule in Nordhessen gearbeitet, bevor sie 1981 nach Offenbach an die Bachschule kam. Von 1985 bis 2000 leitete sie die Förderstufe, dann wurde sie Rektorin. „Das Bild der Bachschule hat sich während meiner Zeit hier grundlegend verändert“, sagt Schmidt-Frey. „Als es noch die Zwangsförderstufe gab, hatten wir Gymnasiallehrer hier und haben Lateinunterricht angeboten.“ Doch auch später sei ihr immer wichtig gewesen, ihren Schülern alle Wege offen zu halten und sie bei einem Wechsel in eine andere Schulform zu unterstützen. So hat Schmidt-Frey das Konzept der verbundenen Hauptschule entwickelt: Seit 2007 können Hauptschüler mit guten Noten in Englisch, Mathematik und Deutsch am Unterricht der Realschule teilnehmen. Das wird im Zeugnis vermerkt und erleichtert später den Wechsel in eine anspruchsvollere Schulform.

Ulla Schmidt-Frey hat sich während ihrer Zeit als Schulleiterin jedoch nicht nur mit pädagogischen Konzepten, Lehrplänen und Personalschlüsseln beschäftigt, sondern ist zu einer wahren Expertin für Baustoffe, Dämmmaterialien und Inneneinrichtung geworden. 2005 und 2006 ist der vierte Stock des Schulgebäudes umfassend saniert worden und Schmidt-Frey hat die Arbeiten streng überwacht. „Das war eine spannende Zeit“, sagt die ehemalige Rektorin. „Und die Umbaumaßnahmen haben die Lernumgebung der Schüler wesentlich verbessert.“

Gemeinsam mit dem Jugendamt hat Schmidt-Frey zudem ein Gewaltpräventions-Programmm entwickelt. „Dieses Konzept hat das Klima an der Schule entscheidend geprägt“, sagt die ehemalige Rektorin. Alle Schüler unterschreiben zunächst einen Vertrag, in dem sie sich verpflichten, sich an die Regeln des Programms zu halten. Ein Sozialtraining zum Verhalten in Konfliktsituationen, ein Mediationsprogramm sowie ein spezieller Trainingsraum sind die drei Standbeine der Idee - zwei geschulte Sozialpädagogen kümmern sich um die Umsetzung.

„Ich war immer gerne Lehrerin“, sagt Ulla Schmidt-Frey. Dass sie jetzt vorzeitig aus dem Schuldienst ausscheiden muss, macht ihr zu schaffen. „Der Kontakt zu Eltern, Schülern und Kollegen war mir sehr wichtig“, erklärt sie. „Ich hätte gerne noch weiterhin an der Entwicklung der Offenbacher Schullandschaft mitgearbeitet.“

Über den Winter hat sie den kommissarischen Leiter Peter Schulz Stück für Stück eingearbeitet und mit den vielfältigen Aufgaben eines Schulleiters vertraut gemacht. „Ich habe gerne hier gearbeitet und ich wünsche der Bachschule und meinen Kollegen alles Gute für die Zukunft.“

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