Kinder- und Jugendfarm

Haben Ponys einen Pony?

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Das Shetlandpony Sonnie genießt die Streicheleinheiten und lässt sich von den Kindern nicht weiter stören.

Offenbach - Vorsichtig geht Jiya auf Sonnie zu. Pferden ist die Sechsjährige bisher noch nie so nah gekommen. Die kleine Shetlandpony-Stute scheint für diese erste Begegnung genau die Richtige zu sein. Gelassen steht sie da, lässt sich von dem Mädchen am Kopf streicheln. Von Sonja Achenbach

Neugierig blähen sich die Nüstern auf, als Jiya über die samtweiche Nase des Ponys fährt.

Es scheint, als wolle Sonnie sich den Geruch das Mädchens merken. „Kann ich auf dem Pony auch reiten?“ Janina Volkert und Karin Schmitz-Roeckerad von der Offenbacher Kinder- und Jugendfarm kennen diese Frage schon. Während der Themenwoche, in der Ponys und Pferde noch bis einschließlich morgen im Mittelpunkt stehen, würden viele Kinder gerne reiten.

Diesen Wunsch aber kann Schmitz-Roeckerad nicht erfüllen: „Sonnie ist schon eine Pony-Oma. Die darf nicht mehr geritten werden“, erklärt sie, „die Mädchen sind dann zwar etwas enttäuscht.“ Doch sie bekommen auch gezeigt, dass viel mehr zum Umgang mit Pferden gehört als nur das Reiten.

Modell stehen für eine Zeichenstunde

Tatsächlich sind Jiya, Janvi, Paula und die anderen Kinder nach kurzem Zögern vollends begeistert. Sonnie fühlt sich ganz weich an. Die Stute scheint es auch nicht zu stören, dass sechs oder sieben Kinder zugleich auf sie zukommen. Ein Ohr zuckt, die Nüstern blähen sich auf, ab und an bewegt sich der Schweif – die Aufregung der Kinder teilt Sonnie nun wirklich nicht. Ihr wird nach einiger Zeit sogar langweilig, an weiteren Streicheleinheiten ist sie nicht interessiert, und so kommt sie wieder zurück zu ihren Freunden Blacky, Mandy und Chico – den weiteren Shetlandponys, die auf der Farm leben.

Sie sollen Modell stehen für eine Zeichenstunde. Die zehnjährige Hedil und ihre gleichaltrige Freundin Paula nehmen die Kohlestifte in die Hand. „In der Schule haben wir nur mal einen Eisbär oder Pinguine gezeichnet“, erklärt Paula ihre Vorfreude. Ihre große Schwester habe ihr aber schon früher alte Kalenderblätter mit Pferdebildern überlassen. So hat sie gleich ein Bild vor Augen, als sie mit dem Zeichnen beginnt. Die anderen dagegen müssen noch üben. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ein lebendes Modell auf Papier zu bringen.

Ergebnis kann sich sehen lassen

In einer Reihe stehen Tische für die Kinder bereit. Eine weiße Papierrolle ist darauf ausgebreitet. Nun ist der Detailblick gefragt: Wie ist der Kopf geformt? Welche Länge hat der Schweif? Und haben Ponys eigentlich einen Pony? Blacky, Chico und Mandy stehen schon Modell. Sie kennen den Trubel. So richtig geduldig ist aber keines der drei Ponys. Ein leckerer Grashalm hier, ein anderer dort und dann ist da ja auch noch das Heu im Unterstand, das auf jeden Fall gefressen werden muss... Bevor schließlich die Kinder ihre Geduld verlieren, holt Janina Volkert Sonnie aus dem Auslauf.

Das Ergebnis schließlich kann sich sehen lassen. Ganz unterschiedlich sind die Zeichnungen der Jungen und Mädchen ausgefallen: Ein graues, weißes, schwarzes und auch ein braunes Exemplar sind am Ende zu bewundern. Das Bild von Muhammed fällt dagegen etwas aus dem Rahmen. Er hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen: Sein Pferd ist mit einem Einhorn und Flügeln ausgestattet. „Das ist der Sohn von Pegasos“, erklärt er Karin Schmitz-Roeckerad vom pädagogischen Team stolz.

Ihre Zeichnung dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen und am nächsten Tag gerne wieder vorbeischauen. „Jeder kann in den Ferien ohne Anmeldung und ohne Eintrittspreise vorbeikommen“, lädt Schmitz-Roeckerad in die Farm am Buchhügel ein. Von Dienstag bis Freitag steht jede Woche ein anderes Thema im Fokus. Ab kommenden Dienstag trainieren die Kinder für ein Tisch-Kicker-Turnier. In der dritten Ferienwoche werden Karten gebastelt. Die Kinder sollen das Geheimnis einer Schatzkarte entschlüsseln. Danach stehen Themenwochen zu Kreativität, Wasser und Holz auf dem Programm.

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