„Haben rechtzeitig gegengesteuert“

+
Sieht Offenbach auf einem guten Weg: Wolfgang Malik.

Offenbach (mad) ‐ Parallelgesellschaften? „Da haben wir rechtzeitig gegengesteuert“, sagt Wolfgang Malik. Der Präsident des für seine Integrationsarbeit mehrfach ausgezeichneten Boxclubs Nordend-Offenbach weiß, wovon er spricht.

Seit mehr als 25 Jahren ist er Sozialarbeiter in einer Kommune, die mit rund 30 Prozent den höchsten Ausländeranteil aller deutschen Städte hat. Vor einigen Jahren, erinnert sich Malik, habe es durchaus die Tendenz gegeben, dass ganze Viertel wegzukippen drohten. Doch das habe man durch verschiedenste Maßnahmen verhindert.

Lesen Sie dazu außerdem:

Theorie hinkt Praxis hinterher

Offenbacher CDU mit klarer Erwartungshaltung an Migranten

Als Beispiel nennt er Offenbachs östliche Innenstadt, wo erfolgreich ein Gründerzentrum installiert und Wohnungen für Studenten geschaffen wurden. Heute seien es allenfalls einige Familien, so Malik, die man mit den zahlreichen Integrationsprojekten nicht erreiche, die sich an einem anderen Wertesystem orientierten. „Diese Leute müssen wir versuchen abzuholen. Wir müssen ihnen aber auch klar sagen, was wir von ihnen erwarten“, so Malik. Im Übrigen habe Erfolg oder Misserfolg von Integration immer etwas mit dem Bildungshintergrund zu tun.

Einbindung unterschiedlichern Kulturgruppen

Seine Einschätzung teilt Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Birgit Simon (Grüne). Eine Parallelgesellschaft, also eine organisierte Gruppe, die sich den geltenden Normen und kulturellen Werten der deutschen Gesellschaft widersetze, sei ihr in Offenbach nicht bekannt, sagt sie.

Man arbeite schon seit Jahren an der Einbindung der unterschiedlichen Kulturgruppen, spreche Migranten direkt an und binde sie ein. So schaffe die Stadt mittlerweile in allen ihren Einrichtungen, insbesondere in den Bildungs- und Erziehungsinstitutionen, ein integrationsförderliches Umfeld. Zusätzlich leisteten die Stadtteilbüros diese Arbeit vor Ort in der direkten Nachbarschaft, so Simon.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare