Nur die EVO hält Offenbach über Wasser

Offenbach - Es ist ein Geflecht, dessen Entwirrung einigen Ehrgeiz erfordert: An 62 Unternehmen ist die Stadt Offenbach direkt oder indirekt beteiligt. Von Matthias Dahmer

Die Ansammlung der Unternehmen, die oft aus steuerlichen Gründung geschaffen wurden und überwiegend in der Rechtsform der GmbH existieren, reicht von der hundertprozentigen Tochter Stadtwerke Offenbach Holding bis zu der einen Aktie des Flughafenbetreibers Fraport. Mitunter sind die Beteiligungen historisch gewachsen und werden nur noch aus traditioneller Verbundenheit gehalten, wie etwa die 0,03 Prozent an der Volksbank Maingau. Teilweise ergeben sich neue aufgrund wirtschaftlicher Perspektiven. Wie die Beteiligung an der Cerventus Naturenergie GmbH, die sich im Windkraftgeschäft engagiert und an der man über die EVO verbandelt ist.

Der lokale Energieversorger ist es denn auch das „Zugpferd, das die Stadt finanziert“, wie Beseler formuliert. Mit knapp 49 Prozent sind die Stadtwerke an dem Unternehmen beteiligt. Es spülte 2009 wieder rund 10,5 Millionen Euro in die Kasse. Mit dem Geld konnten die Verkehrsbetriebe, mit 5,9 Millionen Miesen der klassische Verlustbringer, subventioniert werden und es federte die Anpassung der Grundstückpreise im Baugebiet An den Eichen (ehemals Lohwald) ab. Sie mussten nach unten korrigiert werden, was mit rund 3,5 Millionen Euro zu Buche schlägt. „Ohne die EVO sehen wir blass aus“, formuliert es Michael Beseler.

Die Blässe des Klinikums kann damit freilich kaum kaschiert werden: Dessen Jahresergebnis, ein Minus von rund 4,8 Millionen Euro, dominiert die Beteiligungsbilanz im Bereich Gesundheit und Soziales. Und es wird nicht besser werden. Auf zehn Millionen Euro schätzt Beteiligungsdezernent Beseler die Kosten für den Abriss des maroden Bettenhauses. Er soll im Herbst beginnen und zwei Jahre dauern. Beseler: „Ich bin gespannt, was wir da noch alles finden.“

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