Häuser vom Möbelhändler

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Auch im Offenbacher Baugebiet „An den Eichen“ sollen Ikea-Fertighäuser entstehen. Gestern wurde in Wiesbaden der Grundstein für die ersten acht Boklok-Häuser in Deutschland gelegt.

Offenbach - Sie sollten auch in Deutschland so etwas wie ein Selbstläufer werden. Schließlich stehen in Schweden, Norwegen oder Großbritannien bereits mehr als 4000 Fertighäuser von Ikea. Von Matthias Dahmer

Doch die Stiftung Warentest machte im vergangenen Jahr mit ihrer Kritik an den Häusern dem Möbelhändler einen Strich durch die Rechnung. Das Unternehmen überarbeitete daraufhin sein Konzept.

Gestern wurde in Wiesbaden der Grundstein für die ersten acht Reihenhäuser der Marke Boklok (schwedisch bo klok = wohne klug) in Deutschland gelegt. Auch Offenbach, genauer: das Baugebiet „An den Eichen“, ist als Standort für Ikea-Fertighäuser ausgeguckt. Im ehemaligen Lohwald sollen neun Reihenhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten entstehen, wie Ikea-Sprecherin Sabine Nold bestätigt.

Mit Angaben darüber, wie viele der geplanten Immobilien bereits verkauft sind, könne sie erst nach Ostern dienen, so die Pressesprecherin. Die Grundsteinlegung für die Offenbacher Häuser sei für Mai oder Juni vorgesehen.

Ikea bessert Konzept nach

Ikea arbeitet im Baugebiet „An den Eichen“ mit der Bien-Zenker AG aus Schlüchtern zusammen. Die von dem Unternehmen geplanten neun Reihenhäuser sind zwischen 84 und 102 Quadratmeter groß. Sie sollen – inklusive des von der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) gesondert an den Endkunden verkauften Grundstücks – zwischen 179.500 Euro und 234.500 Euro kosten. Die zwölf Eigentumswohnungen (50, 63 oder 75 Quadratmeter) kosten zwischen 99.500 Euro und 159.500 Euro.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, wurden von Ikea gegenüber dem vor rund einem Jahr vorgestellten Konzept ein zusätzliches Dachgeschoss aufgesetzt und die Vertragsbedingungen für Energieleistungen modifiziert. Ikea besteht nun nicht mehr auf einer 15-jährigen Verpflichtung der Käufer, Wärme und Strom von Boklok abzunehmen. In die Wände könnten selbstverständlich Nägel geschlagen und zusätzliche Steckdosen montiert werden, wird Sprecherin Nold zitiert.

Ikea habe den deutschen Immobilienmarkt falsch eingeschätzt, räumt sie ein: Für den deutschen Käufer sei die Entscheidung für ein Haus viel weitreichender und bedeutungsvoller als in den bisherigen Märkten Skandinavien und Großbritannien. Von daher sei man von dem Modell einer Verlosung der Häuser abgekommen.

Bebauung hat bereits begonnen

Die Häuser des schwedischen Möbelriesen nehmen im Baugebiet „An den Eichen“ eine Grundstücksfläche von rund 3900 Quadratmetern ein, das sind 0,4 von etwa vier Hektar, die im ersten Vermarktungsabschnitt bebaut werden, berichtet Susanne Pfanzer, die bei der Stadtwerke Holding Projektleiterin des Baugebiets „An den Eichen“ ist.

Grundsätzlich, sagt sie, sei man mit der im Mai 2009 begonnenen Vermarktung des Areals im Zeitplan. Rund ein Dutzend Häuser - errichtet von verschiedenen Bauträgern und teils auch von Privaten - stehen bereits. „Und der Frühling wird seine Wirkung zeigen“, verspricht die Projektleiterin regere Bautätigkeit in den nächsten Wochen. Zudem fänden die sonntäglichen Besichtigungen bei Interessenten guten Zuspruch.

Im ersten Bauabschnitt stehen Grundstücke für 110 Häuser zur Verfügung. Für den Vertrieb ist die Select Immobilien GmbH zuständig.

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