Hafen 2 darf länger am alten Standort bleiben

Offenbach (tk) - Die Macher des Kulturcafés Hafen 2 müssen noch nicht ans Packen im März denken. Dem Verein suesswasser ist ein weiteres halbes Jahr bis September am alten Standort vergönnt.

Wie Stadtwerke-Sprecherin Regina Preis erläutert, ergibt sich die Gnadenfrist aus der ursprünglich nicht vorgesehenen Möglichkeit, Erschließungsarbeiten für die neue Hafenschule parallel zum Hafen-2-Betrieb vorzunehmen: „Es war ein zeitlicher Puffer eingeplant, der doch nicht gebraucht wird. “.

Das Lokal im und am alten Lokschuppen muss dem Schulneubau weichen. Ersatz soll an anderer Stelle geschaffen werden. Dafür haben die Betreiber mit einer großen Spendenaktion etwa 330.000 Euro als Eigenbeitrag gesammelt. Die Stadt in Gestalt ihrer Mainviertel GmbH stellt das Grundstück, die Stadtwerke schießen 500.000 Euro vor, die die Betreiber über die Miete abstottern sollen.

Kein Zusammenhang zwischen der Umzugs-Verschiebung und Hafen-Schule

Einen Zusammenhang zwischen der Umzugs-Verschiebung und Verunsicherungen bezüglich der Hafen-Schule gibt es offenbar nicht. Die europaweite Ausschreibung muss zwar, wie im Dezember berichtet, wegen formaler Bedenken in Teilen sicherheitshalber wiederholt werden. Doch geht Stadtsprecher Matthias Müller davon aus, dass wie vorgesehen gebaut wird: „Die Notwendigkeit der Schule ist ja unbestritten, die Goetheschule platzt aus allen Nähten.“

Strittig sind allerdings die Kosten. Der CDU sind veranschlagte 28 und befürchtete 35 Millionen Euro für eine Grundschule mit Kindergarten zu viel. Sie befürwortet einen Neubau in preiswerter zu bebauender Gegend. Fraktionschef Peter Freier liebäugelt mit dem „Luisenhof“ genannten Innenstadt-Areal, das mit Wohnungen bebaut werden soll.

Bedenken gegenüber dem ihm zu teuren Vorhaben äußert auch der Regierungspräsident (RP) in seiner Genehmigung des Haushalts 2011. Jetzt kommt es darauf an, wie er sich zum Haushalt 2012 verhält, dessen Bestandteil die Investitionen für die Hafen-Schule sind. Mit dem RP wird laut Matthias Müller gegenwärtig verhandelt. Stimmt die Aufsichtsbehörde zu, kann das normale Verfahren für den Schulbau eingeleitet werden.

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