Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Freizeit

Hafen Offenbach: Ausgewogene Mischung

+
Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Freizeit soll die neue Bebauung im Hafen verbinden. Darüber informierte eine Veranstaltung des Politischen Salons. Kräne über dem Offenbacher Hafenbecken: Die direkte Lage am Wasser ist bei Investoren derzeit stark gefragt.

Offenbach - Der Politische Salon von Arbeiterwohlfahrt und Volkshochschule ist aus der Sommerpause zurück. Von Harald H. Richter 

Lesen Sie hier mehr dazu:

Keine billigen Schulträume

Wohnungsbau boomt: Offenbach wird immer attraktiver

So freut es Bruno Persichilli, dass zwei Dutzend Interessenten der Einladung ins Else-Herrmann-Haus gefolgt sind, um mehr über das aktuell prosperierende Hafenquartier zu erfahren. Der Grundstein für zwei Überführungen über das Hafenbecken ist gerade gelegt. Zugleich beginnt die Vermarktung des Wohn- und Gastronomieprojekts des Frankfurter Investors Ardi Goldman, der mit „Luv & Lee“ einen Landgang in der Lederstadt wagt. „Die Dinge sind in Bewegung“, bestätigt Daniela Matha, Geschäftsführerin der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG), die mit ihren Dienstleistungen den Wandel des einstigen Industriegeländes zum attraktiven Wohn- und Gewerbestandort begleitet, den Zuhörern ihres Vortrags. Eines Tages werden dort etwa 1000 Menschen leben und 5000 ihrer Arbeit nachgehen. Von dieser Erwartung gehen die politischen Entscheidungsträger aus und fühlen sich angesichts des zügigen Fortgangs bestätigt. Von der Annahme, dort preiswert wohnen zu können, müssen Interessenten sich indes verabschieden. „Zehn Euro der Quadratmeter“, beziffert Matha auf Nachfrage den durchschnittlichen Mietzins. „Wird das nicht ein elitäres Viertel?“, will eine besorgte Zuhörerin wissen. „Das ist politisch so gewollt“, stellt die Geschäftsführerin klar. Allerdings gebe es zum Nordend mit seiner kreativen Szene, in dem sich ebenfalls einiges tue, auch städtebauliche Verknüpfungspunkte, so durch Verkehrsadern. Vor allem die gemeinsam zu nutzende Grundschule und der Kindergarten dürften das Zusammenwachsen unterschiedlicher Milieus nachhaltig begünstigen, ist Matha überzeugt.

Lesen Sie hier alles zum Wohnungsbau am Hafen

Sie hat eine Vielzahl Fragen zu beantworten – von Doris Höfer etwa, die Näheres über die Nahverkehrsanbindung erfahren will. Matha verweist auf die bereits in Betrieb befindliche Buslinie 108, deren Route ausgeweitet wird. „Gibt es Spielplätze für Kinder und Begegnungsorte für Jugendliche?“, will André Veit wissen. Daneben treibt diese Frage das Publikum um: „Was wird aus dem Vorhaben, die Hochschule für Gestaltung im Hafen anzusiedeln?“ Matha gibt sich diplomatisch, verweist auf die Zusicherung der Kommune, dem Land Hessen den attraktiven Standort freizuhalten. Wichtig sei, gewerbliche Besiedlung anzuschieben. So freue man sich, mit Saint-Gobain einen dicken Fisch an Land gezogen zu haben, der seine Deutschlandzentrale nach Offenbach verlege und sie zum Jahresende beziehe. Bisher war das Unternehmen in Frankfurt ansässig. Mit „Luv & Lee“ lasse Goldman unterdessen für 15 Millionen Euro auf 1400 Quadratmetern an der Hafentreppe ein sechsgeschossiges Gebäude mit kombinierter Nutzung errichten. 27 Eigentumswohnungen und im Erdgeschoss ein mediterranes Gastronomieangebot werde das in eigenwilliger Architektur errichtete Objekt beherbergen. In einem Jahr soll es fertig sein.

Luxus pur: Die teuersten Wohnanlagen in Frankfurt

Luxus pur: Die teuersten Wohnlagen in Frankfurt

Versorgungseinrichtungen, Hafentreppe und Promenade sowie 2,6 Kilometer Wegenetz erhöhten ebenfalls die Wohn- und Aufenthaltsqualität durch ausgewogene Mischung von Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Freizeit. Andere markante Bauten beziehungsweise Liegenschaften müssten der Entwicklung jedoch weichen. Dazu zähle der ohnedies nur befristet angelegte Hafengarten ebenso sowie der Messeparkplatz. „Auch der Boxclub wird eines Tages von seinem angestammten Platz verschwinden“, sagt Matha. Bis dahin fließt allerdings noch manches Wasser den Main hinunter.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare