Führung durchs Hafengebiet

Ganz nah am Wasser gebaut

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Am Hafen tut sich einiges. Was genau, weiß niemand besser als Daniela Matha, Geschäftsführerin der Offenbacher Projektgesellschaft. Rund 50 Menschen nahmen an einer Führung durchs Gebiet teil.

Offenbach - Einst galt er als verbotene Zone. Betreten des Hafens war aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. „Deshalb war das Hafenviertel lange nicht in den Köpfen der Offenbacher präsent als Teil der Stadt“, weiß Daniela Matha. Von Veronika Schade

Seit 2001 arbeitet sie daran, dass sich das ändert. Als Geschäftsführerin der Offenbacher Projektgesellschaft und Mainviertel KG ist sie zuständig für die Entwicklung und Vermarktung des neuen Hafenquartiers. Mit Erfolg: Der erste Bauabschnitt ist fast vollständig verkauft, wie sie den Teilnehmern der Hafenführung berichtete. Rund 50 Menschen folgten der Einladung des Netzwerks Frauen für Offenbach.

Die „Mainzeile“ der Frankfurter ABG Holding sind die ersten fertigen Gebäude, im Dezember sollen die ersten Mieter einziehen. Passivhausstandard, Blick aufs Wasser. moderne Architektur – die drei Häuser bilden einen Vorgeschmack auf den künftigen Charakter des Gebiets, das weder reines Wohnviertel noch Bürostadt werden soll.

2020 soll alles fertig sein

„Wir wollen die ganze Vielfalt des städtischen Lebens abbilden“, erläutert Matha. Es entstehen Eigentums- und Mietwohnungen, Geschäftsflächen, ein Quartierszentrum, eine Grundschule und – sofern das Land zustimmt – der neue Campus der Hochschule für Gestaltung. „Kunst, Kultur, Arbeit, Freizeit und Bildung“, fasst die Projektleiterin zusammen. Der erste Bauabschnitt ist bis Ende 2014 geplant, der zweite bis 2017, der dritte und damit das ganze Vorhaben soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Mit dem Bau einher geht auch eine Neugestaltung des Nordrings.

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„Unser Leitmotiv war immer, die Füße ins Wasser zu halten“, berichtet Matha. Das gelingt auf der Hafentreppe. Auch sonst ist Wasser stets präsent. Der Main umfließt die Hafeninsel, in höhenversetzten Absetzbecken sammelt sich Regenwasser, um in den Fluss abzufließen. Es soll mehrere grüne Plätze und laut Matha „ganz viel Baumbepflanzung“ geben, die das Areal zu einem naturnahen, aber urbanen Treffpunkt machen. „Ich sehe schon die Leute mit einem Eis in der Hand auf der Hafentreppe sitzen“, sagt die OPG-Chefin lächelnd.

Hochwasser kaum denkbar

Einen besorgten Fragesteller, was bei Hochwasser passiere, kann sie Entwarnung geben. „Dazu wird es hier nicht kommen. Das ist eine Besonderheit des Hafenviertels, das kann man jedem Investor so sagen.“ Berechnungen hätten ergeben, dass das Gebiet selbst bei einem 200-jährigen Hochwasser trocken bleibe. Kopfzerbrechen bereitete bei den Planungen eine andere Thematik – die Altlasten. Als 1901 der Hafen eröffnet wurde und nach dem 2. Weltkrieg die Insel aufgeschüttet wurde, habe man „alles Material genutzt, was zu kriegen war“, so Matha.

Die industrielle Historie soll sichtbar bleiben, einige Relikte behalten ihren Platz, etwa der blaue Kran und ein Eisenbahnwaggon. Dahinter befindet sich derzeit der Hafengarten, in dem nach der Winterpause auch im nächsten Jahr Offenbacher ihr eigenes Gemüse in Töpfen anbauen können. Einige hundert Meter dahinter befindet sich der Sportboothafen. Er bleibt ebenso bestehen wie das Kohlelager der EVO. „An dieser Fernwärme hängt immerhin ein Drittel von Offenbach“, informiert die Mainviertel-Geschäftsführerin.

Vor sechs Monaten: Fest zur Eröffnung der Hafentreppe

Fest zur Eröffnung der Hafentreppe

Der King Kamehameha Beachclub ist zumindest vorerst gesichert. „Den Vertrag haben wir um fünf Jahre verlängert“, sagt Matha, die am neuen Standort des Kulturzentrum Hafen 2 ihre Führung beendet. Die Teilnehmer sind zufrieden, belohnen sie mit Applaus. „Sie hat es toll gemacht, und wir freuen uns, dass so viele Leute gekommen sind“, schwärmt Initiatorin Anneliese Medem. „Für die neue Kulturgruppe des Netzwerks Frauen für Offenbach ist es die erste Veranstaltung, mit so viel Zuspruch haben wir nicht gerechnet.“

www.frauen-für-offenbach.de

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