Wohnbauprojekte und doppelter Brückenschlag.

Alles reif für die Hafeninsel

+
Für Parks, Brücken, Wege, Plätze und die Bootspromenade werden Leuchtpunkte aus der Familie der „Project One“ verwendet.

Offenbach - Offenbach wandelt sich: Aus der Industriestadt wird ein Standort für Wohnen und Dienstleistungen. Nirgends wird das deutlicher als im ehemaligen Hafen. Anstelle von glänzenden Öltanks wachsen nun Wohnriegel aus dem Boden. Von Martin Kuhn

Und das wird in den nächsten Monaten weiter forciert. Die Arbeiten für den Hafen begannen 1899; am 15. September 1902 wurde er eingeweiht. Das erste Boot, das anlegte, war ein Kohlefrachter - die „Voluntas Dei“, heißt es in alten Zeitungsausschnitten. Von einer prunkvollen Einweihung ist nicht die Rede, obwohl das Hafenbecken imposante Ausmaße hat: 770 Meter lang, 65 Meter breit, 4,50 Meter tief, gut 350.000 Kubikmeter Aushub.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist allenfalls älteren Offenbachern in Erinnerung geblieben; ebenso die Tatsache, dass der Offenbacher Hafen seit den 1960er Jahren mehr und mehr vom Öl lebte. Aber „Schwarzes Gold“ war einmal, heute ist am Main „Hafengold“ angesagt. Unter diesem Titel firmieren Eigentumswohnungen, deren Baubeginn am Dienstag offiziell vorgestellt wird.

Die DIH Deutsche Wohnwerte GmbH geht mit der Corpus Sireo in die Vermarktung von gut 150 Einheiten: Etagenwohnungen mit zwei bis vier Zimmern (66 bis 125 Quadratmeter) sowie Penthousewohnungen mit zwei bis fünf Zimmern (91 bis 188 Quadratmeter). Am Freitag, 28. Februar, wird auf der Hafeninsel um 13.30 Uhr der erste Spaten gestochen – mit Bauträger, Interessenten, Käufern, Nachbarn.

Alle Artikel zum Neubaugebiet Hafen im Stadtgespräch

Da kommt noch mehr Bewegung auf das Areal. Zwischen Strandclub und ABG- Neubauten gleicht’s ohnehin einer Mondlandschaft, seit die Erschließung gestartet ist – unter anderem mit mehr als 15 Kilometer Rohren für Abwasser, Fernwärme, Strom und Datentransfer. Es sind nötige Vorarbeiten für die Bebauung der Hafeninsel-Mitte durch die Projektgesellschaft Horn. Auf 24 000 Quadratmeter entstehen ab Frühjahr Gewerbe- und Wohnflächen. Aufgrund der stetig wachsenden Bautätigkeit, entwickelt die Stadtwerke-Tochter OPG ein detailliertes Baustellen-Management: Wer fängt wo mit was an? Das beinhaltet unter anderem, dass zur Entlastung des Nordrings die alte Hafenstraße für den Lastwagen-Verkehr freigegeben wird. Weitere Arbeiten sind grob terminiert. „Im Sommer beginnt der Brückenbau“, so die OPG-Sprecherin Christine Wüst. Der doppelte Brückenschlag über das Hafenbecken besteht im westlichen Teil aus eine Überführung für Autos und Passanten sowie einem Steg nur für Fußgänger.

Die Überquerungen düften ebenso ins moderne, eher schlichte, Bild passen wie die Beleuchtung, die sich im Gestaltungs-Katalog für das Hafengebiet findet. Entlang der ABG-Riegel und am Hafenbecken erstrahlen seit einigen Wochen Lichtpunkte des Typs „Fußwegleuchte Project One“ und Hängeleuchten des Typs „Calibro“. Christine Wüst meint: „Das passt gut in die klare und ansprechende Architektur des Areals.“ Über der Straße hängen 12 „Calibros“. An 24 Masten leuchten „Project-One“-Lichtpunkte mit 19 LEDs und einer Leistung von 19 Watt für Fußgänger. Die Hängeleuchten über der Fahrbahn haben 21 LEDs mit je 37 Watt.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Stadt und OPG haben die Leuchten ausgewählt. Sie verfügen über ein so genanntes Telemanagement. Heißt: Jeder einzelne Lichtpunkt kann dezentral an- beziehungsweise ausgeschaltet oder auch gedimmt werden. Außerdem sind immer der aktuelle Status der Leuchten, der Energieverbrauch und mögliche Störungen abrufbar. Im Hafen gibt’s aber nicht nur energiesparende Lampen, sondern auch ökologischen Strom und Fernwärme aus Biomasse. Ein Grund, weshalb die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) den Hafen mit Gold in der Kategorie Stadtquartier Neubau vorzertifiziert hat. Diese Auszeichnung erhielten bisher erst sechs Stadtviertel in Europa.

Mehr zum Thema

Kommentare