Rückbau des Nordrings zur Anliegerstraße

Hafenallee wird Hauptachse

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So ähnlich wie es derzeit schon im östlichen Teil des Nordrings zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Einfahrt in den Hafen aussieht, soll es weitergehen. Eine Allee trennt künftig den als Anwohnerstraße dienenden Nordring (links) von der neuen, parallel verlaufenden Hafenallee.

Offenbach - Während im Hafen ein neues Stadtviertel in die Höhe wächst, ist davon auf der Hauptverkehrsachse, dem Nordring, bislang wenig zu erkennen. Das wird sich ändern. Von Matthias Dahmer 

Auf einen Zeitplan will sich Daniela Matha, Chefin der für die Hafenentwicklung zuständigen Stadttochter OPG, nicht festlegen. Der Umbau des Nordrings geschehe sukzessive mit der Bebauung. Weshalb auch zu den Kosten derzeit nichts Genaues gesagt werden könne. Dafür umso mehr zum künftigen Aussehen der Verkehrsschlagader, die täglich von zirka 20.000 Fahrzeugen genutzt wird. Nach den Plänen soll es zunächst zwischen der Carl-Ulrich-Brücke im Osten und dem Ende der bestehenden Nordend-Wohnbebauung in Höhe der Ludwigstraße im Westen zwei parallel verlaufende Straßen geben: Den bestehenden Nordring, der auf einer Länge von etwa einem Kilometer zur schmalen, zweispurigen Tempo 30-Anliegerstraße mit Parkmöglichkeiten wird, wo aber auch über die gesamte Länge um die 170 Parkplätze verloren gehen, sowie die neue Hafenallee, auf der mit maximal 50 Kilometern pro Stunde der Durchgangsverkehr rollt.

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Getrennt werden beide Straßen durch eine sechs bis sieben Meter breite Allee, die für Nordend-Anwohner nicht nur Abstand schaffen und Lärm reduzieren, sondern auch eine gewisse Aufenthaltsqualität für Fußgänger haben soll, wie Daniela Matha sagt. Radfahrer sind nicht grundsätzlich verbannt, aber für sie ist die Piste entlang des Hafenbeckens reserviert. Weil den Planern die Verknüpfung zwischen dem Nordend und dem neuen Hafenviertel sowie die Beibehaltung von Sichtachsen wichtig ist, sind mehrere Fußgänger-Übergänge vorgesehen, die entsprechend gestaltet und teilweise mit Ampeln versehen werden.

Mit der Umgestaltung des Nordrings löse man ein Versprechen ein, blickt Daniela Matha zurück. Die jetzige Nordumfahrung sei seinerzeit mit dem Bau der S-Bahn und der Zusicherung geschaffen worden, sie wieder zurückzubauen. Bei den bereits im Jahre 2001 im Zuge eines Wettbewerbs entstandenen Ideen hätten sich die Planer von den Gegebenheiten etwa an der Kaiserstraße oder am Landgrafenring inspirieren lasen, wo Baumreihen in der Mitte die Situation prägen. „Diese Offenbacher Besonderheit soll zwischen Nordring und Hafenallee fortgeführt werden“, sagt Daniela Matha.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Insgesamt stehen zwischen der neuen Bebauung im Hafen und der bestehenden im Nordend 36 Meter Querschnitt zur Verfügung, den es aufzuteilen gilt. Zur bis zu sieben Meter breiten Allee kommen 3,50 Meter breite Gehwege hinzu. Der Rest ist dem motorisierten Individualverkehr sowie Bussen vorbehalten. Eine Zunahme des Verkehrs erwartet OPG-Chefin Matha nicht. In nach wie vor geltenden Prognosen seien 2001 die Bebauung von Frankfurter Osthafen, Kaiserlei und Offenbacher Hafen berücksichtigt worden. Die nächste Informationsveranstaltung zu den weiteren Bauvorhaben im Offenbacher Hafen beginnt am Mittwoch, 15. Juli, ab 18 Uhr im Kulturzentrum Hafen 2 am Nordring 129.

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