Bei Kohlelieferung wird der Weg am Hafenbecken gesperrt

Radler müssen abknicken

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Von Radlern vor allem am Wochenende genutzt: Der neu entstandene Radweg entlang des Hafenbeckens. Um den Betrieb des EVO-Kohlekrans zu gewährleisten, wurde die Piste eingehaust.

Offenbach - Radfahrer haben diese Strecke über den Sommer liebgewonnen. Mit der Entwicklung des Hafens zum Wohngebiet ist entlang des Hafenbeckens ein neuer Radweg entstanden. Nun wird die Piste gekappt – zumindest temporär.

Heute ist erstmals gesperrt – und ein kleiner Schlenker notwendig.

Geschuldet ist es einer Auflage des TÜV zum Betrieb des Kohlekrans. Der versorgt das Heizkraftwerk der EVO mit Brennmaterial, das per Schiff nach Offenbach kommt. Bislang geschah das reibungslos – der Hafen war jahrzehntelang als Betriebsgelände für die Öffentlichkeit tabu. Das hat sich geändert, die Sicherheitsbestimmungen hingegen nicht.

Resultat ist eine Einhausung des Wegs, die jedoch nur verhindert, dass eine umfangreiche Reinigung entfällt. Während des Betriebs darf sich niemand unter dem Kran aufhalten. Da wird der Radweg gesperrt, Radler müssen einen minimalen Umweg nehmen.

Sicherheit geht vor

EVO-Sprecher Harald Hofmann stellt klar: „Sicherheit geht vor.“ Jahr für Jahr steuern etwa 65 Kohleschiffe das Hafenbecken an – im Bauch je 1500 Tonnen Kohle. Die Entladung dauert gut einen Tag. Da das Kraftwerk (es liefert Fernwärme und Strom) wieder am Netz ist, kommt heute die erste Lieferung.

Gerhard Plath, der sich um die Rettung des Rumpenheimer Schlosses verdient gemacht hat, ist das „provisorische Dach“ ein Gräuel: „Die Radfahrer tauchen in einen dunklen Tunnel ein, bevor sie Offenbach erreichen beziehungsweise verlassen. Eine symbolisches schwarzes Loch vor Offenbach?“ Er vermisst eine zentrale Planungssteuerung, die solchen Sachen vorbaut.

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Weniger dramatisch sehen es die Verantwortlichen der Mainviertel GmbH. „Es ist erkennbar ein Provisorium“, heißt es. Und: In zehn Jahren sieht es dort ganz anders aus. Nicht nur Plath wird’s genau beobachten... 

(mk)

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