Hafenentwicklung im Schaufenster

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Die Radler der Expo Bike machten auch Station im Hafen, wo ihnen Oberbürgermeister Horst Schneider und OPG-Chefin Daniela Matha (Mitte) die Vorzüge des Standorts erläuterten.

Offenbach - In der an Erfolgsmeldungen so armen Stadt, richtet man sich gerne an dem auf, was gut läuft. Dazu zählt derzeit die Entwicklung des Offenbacher Hafens, dessen Vermarktung wie berichtet dem ursprünglichen Zeitplan weit voraus ist.

So kommt es, dass Offenbach sein Hafenprojekt auch in diesem Jahr bei einer der wichtigsten internationalen Messen der Immobilienbranche, der derzeit laufenden Expo Real in München präsentiert. Noch bis morgen informiert dort das Team der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH (OPG), die für die Erschließung und die Vermarktung des Hafens verantwortlich ist, das interessierte Fachpublikum über die vielfältigen Möglichkeiten des neu entstehenden Stadtviertels.

Darüber hinaus ist die OPG in diesem Jahr erstmalig auch Sponsor der Radtour Expo Bike, einer Initiative der Immobilienwirtschaft, die mittels Radtouren durch das Land einerseits die Kommunikation innerhalb der Branche vorantreiben und andererseits dabei etwas Gutes tun möchte. Denn die für die gestrampelten Kilometer eingesammelten Sponsorengelder fließen an die Stiftung „Off Road Kids e.V.“, die sich um obdachlose Kinder in Deutschland kümmert. Auf ihrer Etappe von Frankfurt nach Heidelberg legten die Radler vor wenige Tagen einen kleinen Zwischenstopp am Offenbacher Hafen ein. Weil die Politik sich dem Boom im Hafen nicht verschließen kann und will, gab’s in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments einen einstimmigen Beschluss zur weiteren Erschließung des Hafengeländes.

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Während Vertreter der Koalition die Hafenentwicklung in den höchsten Tönen lobten, sparte CDU-Fraktionsvize Roland Walter, trotz letztlicher Zustimmung der Union, nicht mit Kritik: Auch die CDU freue sich über den guten Abverkauf im Hafen, aber das sei derzeit überall zu beobachten. Walter bezweifelte unter anderem, dass das Projekt ein finanzieller Erfolg für die Mainviertel werde, hielt den Standort der Hafenschule für den falschen und äußerte Bedenken, dass die fast fertigen ABG-Wohnungen in den Riegelbauten entlang des Mains auf Dauer hochwertiger Wohnraum sein werden.

Oberbürgermeister Horst Schneider wies darauf hin, ein finanzieller Erfolg sei mit dem Hafen nie verbunden worden, und die sicher „nicht architekturpreiswürdige“ Riegelbebauung sei rechtlichen Vorgaben geschuldet, die der Magistrat nicht zu verantworten habe. Schneider bedankte sich zugleich für den breiten Konsens zum Hafen und ermunterte die CDU zu „ein bisschen mehr Lokalpatriotismus“.

(mad)

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