Hohe Erwartungen an Offenbachs jüngstes Viertel

Rewe, Drogerie und Wohnungen: Hafenquartier eröffnet

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Vor der Glaskunst von HfG-Professor Heiner Blum treffen sich Bauherr des Hafenzentrums Andreas Lyson und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider.

Offenbach - Mit der Eröffnung des Hafenquartiers zieht Infrastruktur ins jüngste Viertel Offenbachs. An Rewe-Markt, Drogerie und künftige Gastronomie richten sich hohe Erwartungen. Sie sollen das Wohngebiet am Fluss bald mit dem benachbarten Nordend verschmelzen lassen. Von Sarah Neder 

Während draußen noch Kräne in die Luft ragen und Baggerschaufeln in die Erde beißen, sieht das Innere des Hafenquartiers so gar nicht mehr nach einer Großbaustelle aus. Dort strahlt der weiße Fliesenboden mit der Obstabteilung des riesigen Rewe-Markts um die Wette. Das Gebäude beherbergt neben dem 3300 Quadratmeter großen Lebensmittelgeschäft, einer dm-Drogerie, einer Apotheke und anderen Gewerbeflächen auch Platz fürs Wohnen. 97 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen bieten Raum für Singles oder Familien. 193 Tiefgaragenplätze sorgen für schnellen und stressfreien Zugang.

Gestern hat das etwa 50 Millionen Euro teure Mehrzweckhaus nach einer Bauzeit von knapp eineinhalb Jahren seine automatischen Schiebetüren erstmals für Publikum geöffnet. „Das ist ein toller und wichtiger Tag für den Hafen, aber auch fürs Nordend“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider bei der Eröffnungsfeier in der Einkaufsmeile mit einem breiten Lächeln. Lange habe die Stadt dafür gekämpft. Die Eröffnung sei nun der Startschuss für die Eigenständigkeit des Viertels. Vom Einkaufs- und Wohnkomplex an der Hafenallee und der Grundschule gleich gegenüber verspricht sich Schneider positive Synergien zwischen den benachbarten Stadtteilen.

Alles zum Neubaugebiet Hafen Offenbach

Verantwortlich für den Hoffnungsträger aus Stein und Zement zeichnet Andreas Lyson. Für den Bauherren ist die Eröffnung auch eine Rückkehr in die Heimat, denn er besuchte als Jugendlicher die Rudolf-Koch-Schule. „Offenbach ist eine bunte, internationale und spannende Stadt“, betont Lyson. Um diesem Eindruck optisch gerecht zu werden, ließ er die Glaswände in der Shopping-Passage von HfG-Professor Heiner Blum gestalten. Man habe bereits bei einem anderen Bauprojekt in Frankfurt zusammengearbeitet, erzählt Blum. „Normalerweise sind solche Trennwände mit grauer Folie beklebt. Das ist kein liebevolles Design.“

Für die Folien, die das Hafenzentrum schmücken, hat sich Blum von der Internationalität Offenbachs inspirieren lassen und sich an die internationale grafische Sprache nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Mit bunten Farben und klaren Motiven hat der Offenbacher Professor Retro-Charme ins Quartier gebracht. Aber nicht nur in Sachen Kunst trifft man im Zentrum auf alte Bekannte. Die Belegschaft der vor kurzem geschlossenen dm-Filiale an der Frankfurter Straße ist nun in die Räume am Hafen gezogen. Und auch der Chef über 70 Rewe-Mitarbeiter kennt Offenbach: Kasem Al Maimouni führte früher die Dependance am Marktplatz. Optimistisch, sagt Horst Schneider, sei er bei dem neuen Zentrum auch auf lange Sicht. Denn das Hafenquartier bleibe im Familienportfolio der Lysons. Das signalisiere, dass sich das Objekt auch in Zukunft in vertrauensvollen Händen befinde, so der Verwaltungschef.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

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