Offizieller Baubeginn

Hafenschule und Kita sollen 2017 fertig sein

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Blick aufs geebnete Baugelände für Hafenschule und Kita. Der Sandstreifen zwischen der heutigen Fahrbahn und dem späteren Schulgelände entspricht in etwa der Lage der neuen Hafenallee. Die bekannte Verschwenkung des Nordrings gehört somit der Vergangenheit an. Dort stehen dereinst Bäume.

Offenbach - Das gab’s seit Jahrzehnten nicht mehr in Offenbach: Eine neue Schule! Nicht allein ein neues Gebäude wie in Rumpenheim oder im Musikerviertel, sondern eine Neugründung. Während erste Hafenschüler bereits lernen, ist gestern offizieller Baubeginn. Von Martin Kuhn 

Zum Schuljahr 2017/18 soll die Hafenschule fertig sein. Da darf’s ruhig was Besonderes sein: Üblicherweise stechen Beteiligte Spaten oder legen Grundsteine. Gesternwird das Hafenareal erschüttert. Peter Schneider hat unter Aufsicht von Fachpersonal ein Rammgerät in Gang gesetzt, das einen Betonpfahl in den Grund treibt. Am Ende werden’s 460 sein, zwischen 12 und 17 Meter lang, die das kombinierte Schul- und Kita-Gebäude tragen. Jeden Tag rammt die Firma bis zu 20 Stück in den Boden. Dies ist allerdings weniger imposante Schau denn bauliche Notwendigkeit. Eine Tiefgründung ist erforderlich, da die oberste Geländeschicht Ende des 19. Jahrhunderts lediglich aufgeschüttet wurde, zum Bau des Industriehafens. Zudem wollen die Firmen unter den berüchtigten Offenbacher Rupelton kommen, der bereits an anderer Stelle für später wacklige Fundamente sorgte – etwa an der alten Beethovenschule. Unisono heißt es: „Wir wollen keine Überraschungen erleben.“ Daher: Rammen!

Der stete Rammschlag bildet den Rhythmus für einen Geräuschteppich, der von reger Bautätigkeit im Hafenviertel zeugt: Kräne rauschen, Kreissägen kreischen, Motoren dieseln, Arbeiter rufen. Es ist eine Mischung, die die Verantworlichen erfreut: Aufbruchstimmung! Die verspürt der Oberbürgermeister gerade bei diesem Schulbau-Projekt. Den Termin nutzt er für Grundlegendes. Für Horst Schneider zeigt es stellvertretend, dass Stadtentwicklung „an einer langen Linie“ geschehen muss. Bereits 2004 sei der städtebauliche Rahmenplan verabschiedet worden. 2026, also in weiteren elf Jahren, werde es sich als weise Entscheidung herausstellen, dass die Stadt konsequent an ihrer Planung festgehalten habe. Horst und Peter Schneider betonen übereinstimmend, dass Grundschule und Kindertagesstätte, die in einem Gebäude Platz finden, nicht allein fürs Hafenviertel gebaut werden, „sondern fürs Nordend“. Die Schule sei ein wichtiger Baustein zur Verzahnung von Neu und Alt.

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Dass die Schule zwei Jahre später als geplant Kinder aufnimmt, ist für den Oberbürgermeister mehr als bedauerlich. Das auch an dieser Stelle greifende Spardiktat der Kommunalaufsicht (unter anderem wird auf eine Tiefgarage verzichtet) steht für ihn stellvertretend für eine „volkswirtschaftlich fehlgeleitete Politik“. Das republikweite Sparen an notwendiger Infrastruktur – er nennt Brücken und Straßen – sei dem Wirtschaftsstandort Deutschland wenig zuträglich. Und im konkreten Fall rechnet es sich für Offenbach keinesfalls. „Die zweijährige Verzögerung kostet am Ende mehr Geld, als die Vorgaben sparen. Statt Schüler hier zu unterrichten, werden für sie an anderer Stelle Pavillons errichtet. Das ist unvernünftig!“

Derweil zeigt sich sein Namensvetter irritiert über die Unions-Kritik, dass die Schule „mangels Grundstücksgröße nicht expandieren kann“. Seinerzeit habe ein Wettbewerb ergeben, dass für den Neubau ein kleineres Grundstück ausreiche. Trotzdem habe sich die Stadt für die 3000 Quadratmeter größere Variante entschieden, betont der Bürgermeister, der rasch ergänzt: „Selbstverständlich darf Kritik sein. Sie sollte nur konstruktiv sein. Dann hilft sie allen Beteiligten.“

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

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