Hafenschule

Erste Schüler werden im Provisorium unterrichtet

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Da soll sie hin: Die 26 Millionen Euro teure Hafenschule entsteht am Nordring unmittelbar neben der zentralen Einfahrt in den neuen Stadtteil.

Offenbach - Ende Mai werden am Nordring die ersten Bagger anrücken: Dem Bau der Hafenschule steht nichts mehr im Wege. Zum Schuljahr 2017/2018 soll sie fertig sein. Bis dahin gilt in den vor Schülern überquellenden Schulbezirken des Nordends eine Übergangslösung. Von Matthias Dahmer

Die Stadt erläuterte gestern dazu Einzelheiten. „Hafenallee 15, 63067 Offenbach.“ So lautet die offizielle Adresse der neuen Grundschule im Hafen. Starten wird sie mit vier ersten Klassen und einem Ganztagsangebot. Ursprünglich sollte die 26 Millionen Euro teure Einrichtung zum kommenden Schuljahr fertig sein. Rechtzeitig, um die aus allen Nähten platzende Goetheschule zu entlasten. Weil die Aufsichtsbehörden das ehrgeizige Offenbacher Schulbausanierungsprogramm 2013 und 2014 aber auf Eis gelegt hatten, kam es zu einer Verzögerung.

Die zwingt zu einer Übergangslösung: Zwei erste Klassen der Goetheschule werden für zwei Jahre in Containern an der Schillerschule unterrichtet. Formell bilden die ausgelagerten Klassen mit Nordend-Kindern schon die Keimzelle der neuen Hafenschule, eigene Schulleitung und Verwaltung inklusive. Prognosen dazu, wie viele Schüler aus dem entstehenden Hafenviertel zu erwarten sind, gibt es bislang nicht.

An der Goetheschule geht nichts mehr

Thomas Löhr, Leiter des Stadtschulamts, erläutert, warum an der Goetheschule nichts mehr geht: 163 Viertklässer, die derzeit in sieben Klassen unterrichtet werden, verlassen zum Schuljahresende die Schule. Die auf „stabilen Zahlen“ beruhende Planung geht davon aus, dass 223 Kinder aus dem Schulbezirk der Geotheschule ins Schulleben starten, was neun Klassen erfordert. „Zwei zusätzliche Klassen können im Gebäude der Goetheschule aber nicht mehr untergebracht werden“, so Löhr. Weshalb es an der Schillerschule eine aufstockbare Interimslösung mit zunächst vier aus Containern zusammengesetzten Klassenräumen und einem separaten Sanitär-Container geben wird. Mit letzterem kommt man einer von mehreren Forderung aus den Schulgemeinden nach, die grundsätzliche Bedenken haben, ob das Nebeneinander von Grund- und Integrierten Gesamschülern funktioniert.

Sieben Standorte für die nötige Überganglösung habe die Stadt unter die Lupe genommen, die Schillerschule sei die beste Lösung, sagt Anna Heep, Chefin des städtischen Hochbaumanagements. Die Schule liege im Überschneidungsbezirk mit der neuen Hafenschule, es seien ausreichend Platz und die nötigen Versorgungsleitungen vorhanden, der Brandschutz könne gewährleistet werden und das Gelände sei eingefriedet. Einzige Hürde: Weil die formelle Schulneugründung auf dem Gelände der Schillerschule im Gegensatz zum künftigen Standort am Nordring in der fluglärmgeplagten Tagschutzzone 2 liegt, ist eine Ausnahmegenehmigung für deren Bau erforderlich. Bürgermeister und Schuldezernent Peter Schneider geht davon aus, dass der Regierungspräsident sie erteilt.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Die sechs anderen Standorte waren aus unterschiedlichen Gründen verworfen worden: An der Goetheschule selbst und an der Kita 16 sowie am Spielplatz in der Johannes-Morhart-Straße fehlt der Platz, teilweise hätten alte Bäume fallen müssen; zu Eichendorff- beziehungsweise Erich-Kästner- sowie zur Anne-Frank-Schule ist der Schulweg zu weit; der Messeparkplatz am Nordring schied wegen seiner ungünstigen Lage aus. Auch der in der Diskussion mal genannte Altbau der Leibnizschule sowie die Beethovenschule kämen nicht in Frage so Peter Schneider.

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