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Gangsterrapper Haftbefehl gibt tiefen Einblick in sein Leben - und warnt die Jugend

Haftbefehl ist einer der berühmtesten Offenbacher.
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Haftbefehl ist einer der berühmtesten Offenbacher.

Der bekannte Rapper Haftbefehl gibt im Interview mit dem hr Einiges über sein Leben preis.

Offenbach – Er ist einer der berühmtesten Söhne der Stadt: Aykut Anhan, besser bekannt als „Haftbefehl“. Sein Album mit Gangsterrap-Kollege Xatar „Der Holland Job“ schoss auf Platz 1 der deutschen Albencharts, die Single „Chabos wissen wer der Babo ist“ verkaufte sich über 150.000 Mal. Haftbefehl etablierte damit das Wort „Babo“ (zazaisch für Vater oder Chef) in den deutschen Sprachgebrauch und zementierte so seine Bedeutung für die deutsche Kultur: 2013 wurde „Babo“ das „Jugendwort des Jahres“. Im Sommer 2020 sollte sogar eine Straße in Offenbach nach ihm benannt werden.

Doch es ist nicht nur alles glänzend im Leben von Haftbefehl. Seine neueste Veröffentlichung „Das schwarze Album“ zeigt deutlich seine dunkle Seite. Die düstere Stimmung des Albums sei „einfach so passiert“, sagt Haftbefehl dem hr. „Am Anfang wusste ich nicht, dass es zum schwarzen Album wird“.

Haftbefehl über sein Leben in Offenbach

Haftbefehl hat schwere Zeiten in seinem Leben hinter sich. Als Anhan 14 Jahre alt war, nahm sich sein Vater das Leben, kurz darauf brach Haftbefehl die Schule ab. Mit 15 wurde er zu Jugendarrest verurteilt. 2006 wurde gegen ihn ein Haftbefehl wegen Drogenhandels ausgestellt – die Geburt seines Künstlernamens. Der Rapper war einige Jahre auf der Flucht, lebte in Istanbul und im holländischen Arnheim. In dieser Zeit begann er, Raptexte zu schreiben und legte den Grundstein für seine Karriere als Gangsterrapper.

Kriminalität, die Straße und Drogen: Kernthemen des Rappers. Die Geschichten sind wahr, sagt Haftbefehl. Zu ernst sollte man die aber nicht nehmen. Es sei ein Film den er verkauft – aber ein realistischer Film. Nicht alle Geschichten seien auf ihn bezogen, aber diese Geschichten passieren.

Haftbefehl: Seine Warnung an die Jugend

Im Interview mit dem hessischen Rundfunk warnt Haftbefehl die Jugend: Es sei nicht cool, mit Drogen in Berührung zu kommen. Lieber sollen sie Sport machen, so der Gangsterrapper. Ein Vorbild will der 35-jährige mit Blick auf seinen Lebenslauf nicht sein. Aber trotzdem können Jugendliche sich etwas bei ihm Abschauen: Den Willen immer weiterzumachen. Man kann aus nichts etwas erschaffen – das ist seine Botschaft an die Jugend. (Sebastian Richter)

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