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Rapper Haftbefehl ist mit dem „schwarzem Album“ zurück am Block

Haftbefehl live beim Autokultur-Konzert auf dem Schützenplatz in Hannover.
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Haftbefehl kehrt mit einem neuen Album zu den Anfängen zurück (Archivbild).

Deutsch-Rapper Haftbefehl aus Offenbach ist eine Größe in der Szene. In seinem neuen Album kehrt er zu seinen Anfängen zurück.

Offenbach – Einige Zeit war es Still um Deutsch-Rapper Haftbefehl. Als sich der Offenbacher dann vor etwa zehn Monaten mit einem neuen Album zurückmeldete, war die Freude bei den Fans groß. Nun legt Haftbefehl, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Aykut Anhan heißt und aus Offenbach stammt, nach: „Das Schwarze Album“ heißt seine neue Platte.

Darin kehrt der Offenbacher zu seinen Wurzeln zurück. Nachdem es im „Weißen Album“ von 2020 auch mal etwas ruhigere Passagen gab, wird diesmal bereits nach den ersten Beats klar: Haftbefehl ist zurück auf der Straße.

Haftbefehl aus Offenbach: Von dicken Autos, Koks und kaputten Ecken

Dennoch ist „Das Schwarze Album“ von Haftbefehl auch als gelungene Fortsetzung zu sehen, denn thematisch tut sich in der Tat nicht viel: Es geht um kaputte Ecken in Offenbach und Frankfurt, um Crack-Küchen, Koks und dicke Karren. Auf den Punkt gebracht wird dies in gewohnt derber Sprache, die von manchen gehasst, von anderen als Straßenpoesie vergöttert wird.

Begleitet von einem harten Beat geht es in den 13 Songs aber thematisch deutlich düsterer zu als noch bei dem Vorgänger. Mit dabei sind auch zahlreiche andere prominente Deutsch-Rapper, wie Farid Bang, Bausa oder Haiyti. Auch sein leiblicher Bruder Capo und Newcomer Schmyt sind mit an Bord.

Rapper aus Offenbach: Haftbefehl ist mehr als nur Drogen und Karren

Das Album selbst ist, wie Haftbefehl selbst in einem Interview mit der Hessenschau vor Kurzem sagte, natürlich entstanden. Ursprünglich sollte es sogar „Gassenhauer“ heißen. Doch dann seien die Songs so düster geworden, dass ein neuer Name hermusste. Das schwarze Album war geboren.

Haftbefehl gibt sich überraschend offen. Klar, vor allem geht es um Karren und Drogen, doch auch Depressionen thematisiert der scharfzüngige Rapper aus Offenbach. Laut eigenen Angaben leidet er selbst sogar manchmal darunter. Beeinflusst hat ihn dabei wohl sein Vater, der sich als Anhan 14 Jahre alt war das Leben nahm.

Aus Offenbach in den Rap-Himmel: Haftbefehl blieb sich trotz Erfolg treu

In mancherlei Hinsicht war dies der Beginn der Figur Haftbefehl. Anhan kommt in Offenbach in Kontakt mit Drogen und der Kriminalität, bald muss er seinen ersten Jugendarrest absitzen. 2006 folgt der Haftbefehl und die Legende hat einen Namen. Im Ausland beginnt er zu rappen. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile ist er über 30 und gehört zu den „Oldies“ der Rap-Szene. Fans wollten sogar eine Straße in Offenbach nach ihm benennen.

Ein Vorbild, dies sei er aber nicht wirklich, sagt der mittlerweile etwas geläuterte Gangster-Rapper, der inzwischen im südhessischen Babenhausen wohnt und zwei Kinder hat. So erklärte er vor Kurzem der dpa: „Was man sich von mir abgucken könnte, ist, dass man aus nichts etwas erschaffen kann. Aber mich als Vorbild zu nehmen? In der Hinsicht vielleicht, aber in anderen Sachen glaube ich nicht“. (als)

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