Wieder flogen die Eier

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Es geht auch einfach nur mit Spaß am schrecklichen Verkleiden: Zur Geisterstunde „mit abgeschnittenen Fingern, Blutsuppe und weiteren scheußlichen Speisen“ hatte der TV Bieber seinen Nachwuchs ans Halloween-Lagerfeuer eingeladen, dazu gab’s Monika Appels Gruselgeschichte über Turnhallengeist Hicks.

Offenbach - Plötzlich zischt ein rohes Ei durch die Luft, trifft den Rahmen des im ersten Stock offen stehenden Fensters, zerbirst so, dass ein Teil von Schale, Dotter und Eiweiß hängen bleibt, der Rest des Glibberkrams aber den Weg in die Praxis findet. Von Thomas Kirstein

Halloween 2011 in der Offenbacher Kaiserstraße, in der weitere Schalen darauf hindeuten, dass ein Ei selten allein geflogen kommt.

Jenes, von dem eingangs die Rede ist, versaut den Empfang der Gemeinschaftspraxis der Zahnärzte Susanne Teschner und Walter Schneider. Die beiden Dentisten sitzen gerade am Computer, als der Einschlag erfolgt. „Eine unsägliche Schweinerei, zum Glück ist nichts in die Tastatur oder über Bildschirm gelaufen“, klingt Walter Schneider bei allem Ärger doch noch erleichtert. Für ihn ist Halloween damit noch nicht vorbei: Bei ihm daheim im Buchrainweg ist das Klingelschild mit Senf verschmiert. „Vermutlich weil niemand da war und aufgemacht hat“, weiß der Zahnarzt über den in der Region zunehmend aus dem Ruder laufenden Brauch Bescheid.

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Zahlreiche Polizeieinsätze an Halloween

Tausende Kinder in Stadt und Kreis haben vergleichsweise harmlosen Spaß daran, zur eingeschleppten Vor-Fastnacht ihre Mitmenschen freundlich ein wenig zu piesacken. „Trick or treat!“, heißt das Ultimatum zu Halloween beim Ami, „Süßes oder Saures!“ wird bei uns verlangt. In der Regel halten sich „trick“ und „Saures“ im vertretbaren Rahmen. Doch nehmen Vandalismus und Häuserschmiereien unter dem Deckmäntelchen des Halloween-Feierns immer mehr zu.

Aus der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November berichtet die Offenbacher Polizei über „diverse dunkel gekleidete Gruselgruppen“, die sich am Montagabend den Weg durch alle Stadtteile gesucht hätten. Während ein Großteil mit der üblichen Forderung von Tür zu Tür ging, waren andere offenbar unterwegs, um Sachbeschädigungen zu begehen. So wurde gegen 19.30 Uhr eine sechsköpfige Gruppe nach mehreren Eierwürfen an einem Kiosk in Rumpenheim kontrolliert. Die losen Eier aus der Hosentasche und mehrere Packungen Eier aus einem Rucksack wurden sichergestellt.

Zwei der angetroffenen 13- bis 16-Jährigen wurden in die Obhut ihrer Eltern übergegeben. Allen wurde deutlich gemacht, dass Sachbeschädigungen sie teuer zu stehen kommen können; danach durften sie ihrer Wege gehen.

In Bürgel wurden gegen 20.30 Uhr vier Jugendliche am Bürgerplatz kontrolliert. Ein 16-Jähriger hatte einen Baseballschläger dabei - da ein solcher nicht zu den klassischen Halloween-Utensilien gehört, wurde er konfisziert.

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