Auftrag für Zukunftskonzept vergeben 

Hamburger krempeln Offenbacher Innenstadt um

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Damit die schwächelnde Innenstadt nicht noch weiter an Attraktivität verliert, sind neue Ideen gefragt. Die soll nun ein Zukunftskonzept liefern.

Offenbach - Es soll so etwas werden wie der kleine Bruder des Masterplans. Nicht so umfang- aber ebenso erfolgreich. Die Stadtregierung hat den Auftrag für die Erstellung eines Zukunftskonzepts für die Innenstadt vergeben. Erste Ergebnisse sind im Sommer 2019 zu erwarten. Von Matthias Dahmer 

Der Auftrag, die schwächelnde Innenstadt neu zu denken und fit für die Zukunft zu machen, ging an das Hamburger Büro urbanista. Die Norddeutschen, die Referenzen aus anderen Städten vorweisen können, setzten sich gegen vier Mitbewerber durch und überzeugten die eigens für das Projekt eingesetzte siebenköpfige Lenkungsgruppe mit ihrem kreativen Ansatz, der sich deutlich von den den „klassischen, langweiligen Gutachten“, unterscheide, wie Oberbürgermeister Felix Schwenke formuliert. Es gelte, nicht die aktuellen, sondern die Probleme von morgen zu lösen. Als Beispiel führt der Verwaltungschef an, dass der Online-Handel in den USA dazu übergehe, Waren schon eine Stunde nach der Bestellung zu liefern, was stationäre Händler noch weiter ins Hintertreffen bringe.

Schwenke führt weiter aus, das Verfahren zur Erstellung des Zukunftskonzepts lehne sich in seiner Struktur eng an den Masterplan an, in dem seinerzeit schon festgelegt worden sei, ein solches Konzept für die Innenstadt zu erstellen. So hat die Stadt das Vorhaben wieder mit dem IHK-Verein „Offenbach offensiv“ auf dem Weg gebracht, und wie beim Masterplan soll das Konzept in einen konkreten Maßnahmenkatalog münden. 200.000 Euro liegen als Anschub bereit, je zur Hälfte spendiert von Stadt und „Offenbach offensiv“.

Der mittlerweile 60 Mitglieder zählende Verein, so Geschäftsführer Frank Achenbach, habe bereits 80.000 Euro von Sponsoren eingesammelt. Die 100.000 städtischen Euros stammen je zur Hälfte aus den Budgets von Stadtplanungsamt und Wirtschaftsförderung, berichtet Birgitt Möbus vom City-Management. Felix Schwenke weist darauf hin, das Konzept stelle nur den Anfang eines langen Prozesses dar. „Klar ist, dass dafür weitere Gelder zur Verfügung gestellt werden müssen.“

Bilder zur Klimakonferenz in Offenbach

Laut Zeitplan ist vorgesehen, dass urbanista im Oktober loslegt und im Sommer 2019 das Zukunftskonzept inklusive Maßnahmenkatalog vorlegt. Bei der Ausarbeitung setzt man auf verschiedene Beteiligungsformate. Bürgerbeteiligung und Expertenrunden sind ebenso geplant wie Impulse durch „Querdenker“, wie es in der Verfahrensübersicht heißt.

„Es ist höchste Zeit, etwas zu tun“, mahnt Frank Achenbach. Der Online-Handel werde zu weiteren massiven Veränderungen in der Innenstadt führen. Der Versorgungsaspekt spiele beim Besuch der City nur noch eine untergeordnete Rolle, ist sich Achenbach sicher. Weil aber die Innenstadt weiterhin „Identifikationsort“ für den gesamten Standort Offenbach sei, müssten Veränderungen her. Achenbach: „Die Innenstadt braucht eine neue Aura.“

Jürgen Amberger, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, ergänzt: Es bedürfe radikal neuer Ideen, weshalb auch „Querdenker“ in dem Prozess so wichtig seien.

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