Auf dem Bieberer Berg wurde auch Handball gespielt

Handspiel erlaubt

Offenbachs Mittelstürmer Wiedemann vom 9.6.1958
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Offenbachs Mittelstürmer Wiedemann

Es ist lange her: Der Bieberer Berg war in vergangenen Jahrzehnten nicht nur Fußballtempel, sondern auch Schauplatz von Handballspielen – auf dem Großfeld genauso wie auf dem Kleinfeld. Zweimal kamen sogar die besten deutschen Handballer ihrer Zeit nach Offenbach, um Länderspiele auszutragen: Im April 1952 gab es einen 34:2-Erfolg gegen Luxemburg - mehr Tore erzielte eine deutsche Nationalmannschaft in keiner anderen Partie auf dem Großfeld – und im Juli 1969 wurde im drittletzten deutschen Feldhandball-Länderspiel aller Zeiten die Schweiz mit 24:12 geschlagen. Rund ein Jahr später war dann international Schluss, längst hatte der Kleinfeldhandball in der Halle den „großen Bruder“ verdrängt.

„Nur“ 6000 Zuschauer – deutlich weniger als erhofft - kamen 1969 zum Länderspiel ins Stadion am Bieberer Berg und sahen eine Topleistung der deutschen Auswahl um den zu dieser Zeit wohl besten Handballer der Welt: Herbert Lübking. Er war „Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels“ – so die OFFENBACH-POST damals. Ihr Debüt im deutschen Nationalteam gaben Lothar Möser von der TS Steinheim und ein Spieler, der später zu einer Legende des deutschen Handballs wurde: Torhüter Manfred Hofmann vom TV Großwallstadt.

Auch als die Deutsche Meisterschaft 1967 erstmals in einer Feldhandball-Bundesliga ausgespielt wurde, stand der Bieberer Berg im Fokus: Das Endspiel wurde am 23. September 1967 vor 22.000 Zuschauern in Offenbach ausgetragen. Den Titel holte sich Grün-Weiß Dankersen – heute GWD Minden -, die Partie gegen den TV Großwallstadt endete 19:16.

Handball-Länderspiel

Doch auch bei den Kickers wurde und wird Handball gespielt, heute jedoch nicht mehr auf dem Bieberer Berg. Der war allerdings viele Jahre Schauplatz der OFC-Kleinfeldturniere im Freien. Das letzte wurde im Juni 2005 sogar auf vier Rasenplätzen im Stadion ausgetragen, allerdings jäh unterbrochen von einer Bombendrohung gegen eine Veranstaltung in den VIP-Räumen in der Haupttribüne. Und der „Bersch“ war zum Teil auch Schauplatz der großen Kickers-Erfolge Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre. Denn fünf Jahre hintereinander – von 1957 bis 1961 – qualifizierten sich die OFC-Handballer über die Südwestdeutsche Meisterschaft für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft auf dem Großfeld. 1958 wurden sie Südwestmeister – in den anderen Jahren reichte dreimal der Vizemeistertitel und einmal sogar Rang drei – und kamen bis ins Viertelfinale, ihren größten Erfolg feierten die Kickers aber 1959 mit dem Einzug ins Halbfinale. Nach Siegen im Achtel- und Viertelfinale gegen den PSV Kiel (11:9) und das Spitzenteam von Frisch Auf Göppingen (12:10) war leider im Halbfinale bei Bayer Leverkusen Endstation, die Begegnung endete deutlich 7:21. Bereits in den beiden Jahren zuvor waren die OFC-Handballer an den Westdeutschen gescheitert. 1958 hätte es allerdings mit etwas Glück auch schon das Halbfinale sein können, doch Leverkusen setzte sich am Bieberer Berg knapp mit 14:13 nach Verlängerung durch.

Von diesen Erfolgen vor mehr als 60 Jahren sind die Handballer der Kickers heute allerdings ein gutes Stück entfernt, die 1. Männermannschaft spielt aktuell in der Landesliga.

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