„Handwerk geht es sehr gut“

Frankfurt/Offenbach - Das Handwerk im Rhein-Main-Gebiet hat goldenen Boden. Mit Zuversicht gehen die Betriebe in die nächsten Monate. Von Marc Kuhn 

Nach dem guten Jahresbeginn ist auch das zweite Quartal 2014 für die über 75.000 Handwerksbetriebe in Hessen gut verlaufen. Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturumfrage der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern. Nach Angaben von Geschäftsführer Harald Brandes war der Großteil der Betriebe mit seinen Geschäften zufrieden. Knapp 85 Prozent der Firmen hätten die aktuelle Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“ bewertet. Das seien etwas mehr Unternehmen als bei der Sommerumfrage 2013 (83 Prozent) gewesen. Mit Optimismus gehen die Betriebe in die nächsten Monate.

Diese Einschätzungen treffen auch auf Stadt und Kreis Offenbach zu. „Dem Handwerk geht es sehr gut“, sagte der hiesige Geschäftsstellenleiter der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Uwe Czupalla, unserer Zeitung. „Die konjunkturelle Lage des Handwerks im Rhein-Main-Gebiet stellt sich weiterhin sehr positiv dar.“ Czupalla rechnet mit einer Fortsetzung dieser guten Entwicklung. Der Geschäftsklimaindex für das hessische Handwerk ist sowohl gegenüber der vergangenen Quartalsumfrage als auch gegenüber der Vorjahresbefragung gestiegen, wie die Arbeitsgemeinschaft mitteilte. „Mit 85 Punkten lag er über 1 Punkt höher als im Vorjahr, damit wurde das 10-Jahreshoch aus dem Sommerquartal 2011 eingestellt.“ Die aktuelle Geschäftslage sei erheblich besser bewertet worden als vor drei Monaten. Die künftige Entwicklung sei ähnlich gut beurteilt wie bei der Frühjahrsumfrage.

„Fachkräfte werden händeringend gesucht“

Knapp jeder zehnte Betrieb hat im Zeitraum April bis Juni weitere Beschäftigte eingestellt, während 8 Prozent der Betriebe ihren Personalstamm reduzierten, wie die Arbeitsgemeinschaft berichtete. 82 Prozent der Befragten hätten ihr Personal gehalten. „Fachkräfte werden händeringend gesucht“, sagte Czupalla. Die beste Stimmung herrschte in den hessischen Betrieben des Ausbaugewerbes (90,6 Prozent mit guter beziehungsweise befriedigender Geschäftslage), die ihr sehr gutes Vorjahresniveau sogar noch leicht ausbauen konnten, so die Arbeitsgemeinschaft. Ähnlich gut sei die Lage bei den industriellen Zulieferern (86 Prozent) gewesen. Die Unternehmen hätten von den gestiegenen Auftragseingängen der Industrie profitiert. „Ganz oben auf der Zufriedenheitsskala sind auch die Betriebe des Nahrungsmittelgewerbes (87,1 Prozent). Die Bäcker und Fleischer machten gegenüber dem Sommerquartal 2013 einen deutlichen Sprung nach vorn.“ Dagegen sei die Lage in den Firmen des Bauhauptgewerbes gegenüber dem Vorjahr deutlich schlechter geworden. „Während der Wirtschafts- und Wohnungsbau ganz gut läuft, sieht es im Tiefbau schlechter aus, auch weil die hessischen Kommunen derzeit weniger investieren“, erklärte die Arbeitsgemeinschaft.

Für das nächste Quartal erwarten die Betriebsinhaber einen weiteren Beschäftigtenanstieg. Jeder zehnte Befragte plane, Personal einzustellen. Die Geschäftserwartungen würden von den hessischen Handwerksbetrieben weiter sehr zuversichtlich eingeschätzt, sie liegen sogar über dem guten Vorjahresniveau. Insgesamt 37 Prozent (Vorjahr: 35 Prozent) würden für die Monate Juli bis September mit guten und 48 Prozent mit befriedigenden Geschäften rechnen. Damit würden die Chefs eine Fortführung, manche auch eine weitere Verbesserung der guten Konjunktur erwarten. Die meisten Optimisten finden sich den Angaben zufolge bei den Ausbaubetrieben und den gewerblichen Zulieferern, wie bereits in den vergangenen Quartalen.

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