Handwerk und Kinoabende

Offenbach ‐ Lichterketten, Christbaumschmuck und Glöckchen, Glühweinduft und Marzipan: Ein Weihnachtsmarkt lockt mit Atmosphäre. Doch das Konzept des Treibens in Offenbach, das ab Montag, 22. November (offizielle Eröffnung um 17 Uhr), wieder auf dem Hugenotten- und Aliceplatz beginnt, wurde oft getadelt. Von Sebastian Faerber

Vorwiegend Angebot und Anmutung bemängelten Kritiker. Deswegen haben sich die Stadt und die Organisatoren von Pro-OF etwas einfallen lassen.

Die begehrten Kunsthandwerker für den Weihnachtsmarkt zu begeistern, sei „äußerst schwierig“, so Pro-OF-Chef Klaus Kohlweyer. Der zu erwartende Absatz lasse für diese Gruppen zu wünschen übrig. Um den Schöpfern von Bildern und Skulpturen aber unter die Arme zu greifen, stellt Pro-OF vier Künstlern Stände, an denen sie werkeln und verkaufen können.

Zum Beispiel arbeitet ein Holzschnitzer an anderthalb Meter großen Krippenfiguren. Durch eine Plexiglasscheibe können ihm Besucher über die Schulter schauen. „Alle 14 Figuren wird er wohl nicht schaffen“, erklärt Kohlweyer das Vorhaben. Auf den kommenden Märkten sollen die restlichen nach und nach folgen – bis zu einer vollständigen Krippe. „Die wird einen Wert von bis zu 15.000 Euro haben“, schätzt Kohlweyer.

Begehbare „Glühweinpyramide“

Im vergangenen Jahr klauten Diebe unter anderem 30 Lichterketten, die nun neu angeschafft werden mussten. Insgesamt 300.000 Euro hat Pro-OF nach eigenen Angaben in Materialien auf dem Weihnachtsmarkt investiert. „Wir könnten theoretisch morgen in einer anderen Stadt eröffnen“, sagt Kohlweyer, da er alles aus einer Hand liefere.

Vertraglich wird das Duo aus Getränkelieferant Kampfmann und Beleuchtungsspezialist Kohlweyer den Markt noch bis einschließlich 2011 organisieren. „Wir würden darüber hinaus gerne weitermachen“, äußert sich Kohlweyer zur künftigen Zusammenarbeit mit der Stadt.

Außer den Handwerkern sorgt eine begehbare „Glühweinpyramide“ am Aliceplatz für Aufsehen. Im Rathaus sollen Filmvorführungen an allen Samstagen einen runden Abend in Aussicht stellen.

Und Eltern können ihren 7- bis 13-jährigen Nachwuchs im Kinderkino unterhalten lassen, während sie selbst bummeln. Wie das neue Konzept mit etwa 50 stilvoll gestalteten Verkaufs- und Imbissständen und dem umfangreichen Programm gefällt, und ob Pro-OF noch weitere Weihnachtsmärkte ausrichten wird – die Besuchermeinungen werden es zeigen.

Rubriklistenbild: © dpa

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