Dem Handwerk in der Region geht der Nachwuchs aus

Offenbach (hwi) - Das regionale Handwerk plagen Sorgen um den Nachwuchs. Der Trend vom Herbst, als es „über alle Gewerke hinweg offene Ausbildungsstellen gegeben hat“, zeichne sich aktuell bereits wieder ab, sagt Helmut Geyer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Offenbach.

Geyer fordert im Gespräch mit unserer Zeitung: „Jeder, der fähig ist, soll in die Ausbildung.“ Zwar wohnten in der Stadt Offenbach viele junge Leute, die für eine Ausbildung im Handwerk potenziell in Frage kämen. „Aber im Umland sieht es schon ganz anders aus. Dort gibt es immer weniger junge Leute“.

Zu wenig Nachwuchs - zu wenig potenzielle Azubis: In bestimmten Handwerksbranchen habe man bereits seit Jahren Probleme, genug Interessenten für die Ausbildung zu finden - beispielsweise im Baubereich. „Das liegt nicht an der Ausbildungsvergütung oder an der Struktur der Ausbildung, sondern einfach an der Frage, wohin die Modetrends bei den jungen Leuten gehen“, erläutert der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft für Stadt und Kreis Offenbach.

Dabei entwickelten sich gerade in den Bau-Gewerken längerfristige Perspektiven: „Unter dem Stichwort ,Energetische Sanierung‘ werden in Zukunft Aufträge für diese Bereiche erteilt“, so Geyer. Der handwerkliche Mittelstand biete jungen Leuten Zukunftsperspektiven.

Unterdessen hat Handwerks-Präsident Otto Kenzler junge Menschen dazu aufgerufen, sich für eine Ausbildungsstelle im Handwerk zu bewerben. Das Handwerk sehe einem Lehrlingsmangel entgegen. 2008 habe man bundesweit etwa 10 000 Ausbildungsplätze nicht besetzen können, klagte der Spitzenrepräsentant des Handwerks in der ARD.

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