Handwerkschef Geyer: Zu wenig Aufträge im Kreis

Offenbach - Fünf Jahre PPP im Kreis Offenbach. Helmut Geyer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis Offenbach, teilt die Zufriedenheit von Landrat, SKE und Hochtief nicht. Mit ihm sprach unser Redaktionsmitglied Ralf Enders.

Herr Geyer, Hochtief spricht von einem „Mittelstandsförderprogramm für den Kreis“, mehr als 50 Prozent der Aufträge bleiben in der Region. Alles Sonnenschein?

Ganz und gar nicht. Wir haben prinzipiell zwar nichts gegen PPP, aber wenn die Verantwortlichen von „kreisnah“ sprechen, meinen sie die Postleitzahl 6. Faktisch sind 25 Prozent Aufträge in den Kreis Offenbach gegangen. Das ist eindeutig zu wenig. Andernorts sind es 85 Prozent. Da sind viele Aufträge an osteuropäische und ostdeutsche Firmen gegangen, die Lohndumping betreiben. Zudem stellt sich die Frage der Nachhaltigkeit, also was ist mit Garantie, Gewährleistung und Wartung?

Was sagen Ihre Mitglieder?

Dass sie sich mehrfach beworben haben und abgelehnt wurden. Irgendwann lassen sie es sein - ein Angebot zu erstellen dauert schließlich schon mal einen Tag. Viele wurden nicht mal zum Gespräch geladen, um zu erfahren, woran die Ablehnung gelegen hat. Die Generalunternehmer sagen, unsere Firmen hätten sich zu wenig beworben. Ich habe dort bereits mehrfach Listen angefordert, um einen Überblick zu bekommen: Wer hat sich beworben, wer nicht. Auf die Listen warte ich noch heute.

Was steckt hinter diesem Problem?

Der Grundsatzbeschluss der Abgeordneten, die Arbeiten an einen Generalunternehmer zu vergeben, der wiederum Subunternehmer sucht. Das letzte P in PPP heißt Partnerschaft. Das heißt auf Augenhöhe. Und das ist schwer zwischen General- und Subunternehmer.

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