Schwedischer Anbieter Parkster

Vertrag unterschriftsreif: Handyparken in Offenbach bald möglich

Künftig wird es in Offenbach möglich sein, auf städtischen Stellflächen auf denen Parkscheinautomaten stehen, die Parkgebühren bargeldlos und minutengenau zu bezahlen.
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Künftig wird es in Offenbach möglich sein, auf städtischen Stellflächen auf denen Parkscheinautomaten stehen, die Parkgebühren bargeldlos und minutengenau zu bezahlen.

Jeder Autofahrer in Offenbach hat das schon mal erlebt: Endlich einen Parkplatz gefunden – dann beginnt die Suche nach dem Parkscheinautomaten und der ist entweder defekt oder man hat nicht das passende Kleingeld parat.

Offenbach – Damit könnte nun zumindest teilweise Schluss sein: Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung des Handyparkens in Offenbach beschlossen. Künftig wird es also möglich sein, auf städtischen Stellflächen auf denen Parkscheinautomaten stehen, die Parkgebühren bargeldlos und minutengenau zu bezahlen.

Zu diesem Zweck wurde die schwedische Firma Parkster angeheuert, die seit 2018 in Deutschland eine gleichnamige kostenlose Parkschein-App anbietet. Wann genau das zusätzliche Angebot zu den nach wie betriebenen Automaten zur Verfügung steht, ist aber noch offen.

Handyparken in Offenbach: Vertrag muss nur noch unterschrieben werden

Nach dem Magistratsbeschluss gelte es, nun noch den Vertrag mit Parkster zu unterschreiben, sagt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Frank Weber. Die soll schnellstmöglich geschehen. Für die acht öffentlichen Parkhäuser, die sich in privater Hand befinden, gilt das Angebot nicht. Perspektivisch wolle man die Privaten aber auch für das Angebot gewinnen, so Weber.

Und so soll es funktionieren: Über die App werden die in Frage kommenden Parkplätze in der Nähe angezeigt. Hat man einen ausgewählt, gibt es Infos zu Parkzeit, Tarif und Höchstparkdauer. Dann stellt man ein, wie lange man parken möchte und startet den Parkvorgang, in dem auf „Auto auswählen und parken“ geklickt wird. Dazu muss nur noch das Kennzeichen des Fahrzeugs eingegeben werden. Dauert es länger als geplant, kann der Parkvorgang via Smartphone verlängert werden, kehrt man früher zum Auto zurück, kann der digitale Parkschein vorzeitig beendet werden. Gilt für den Parkplatz eine Höchstparkdauer, so kann sie auch mit der App nicht überschritten werden.

„Ein großer Vorteil der App liegt darin, dass die Rechnung als voreingestellte Zahlmethode vorrangig ist. Das bedeutet, dass die Parkgebühr nicht zwangsläufig über Kreditkarte oder andere Bezahlsysteme abgewickelt werden muss“, erläutert Lothar Haack, der als Leiter der Stadtpolizei das Projekt federführend betreut. Zumal es bei vielen immer noch eine Hemmschwelle gebe, ihre Bezahldaten digital zu hinterlegen. Die Rechnungstellung erfolge monatlich per Mail oder auf Wunsch des Kunden gegen Extra-Gebühr schriftlich per Brief. Insbesondere der Bezahlvorgang stößt dagegen bei Nutzern der App, die im Google Play Store bereits eine Million mal heruntergeladen wurde, als nicht mehr zeitgemäß auf Kritik.

Handyparken in Offenbach: App verfügt über Schnittstelle zu den mobilen Datenerfassungsgeräten

Und wie kann ohne Parkschein hinter der Windschutzscheibe kontrolliert werden, ob die Parkzeit nicht überschritten ist ? „Die App verfügt über eine Schnittstelle zu den mobilen Datenerfassungsgeräten, mit deren Hilfe die Ordnungswidrigkeiten durch den Verkehrsdienst erfasst werden“, erklärt Lothar Haack.

Die für Offenbach vertraglich festgehaltenen Konditionen sehen vor, dass die Schweden, die bundesweit bereits in mehr als 250 Kommunen tätig sind, von der Stadt ein Prozent des Umsatzes erhalten, der durch die App generiert wird. Grundlage ist dabei der durchschnittliche Umsatz der Parkraumbewirtschaftung pro Jahr sowie die Annahme, dass – wie in anderen deutschen Städten – rund 20 Prozent der Parkenden das Handyparken nutzen.

Zugleich wurde mit Parkster eine Einführungsphase von 24 Monaten ausgehandelt, in der – unabhängig von der Akzeptanzquote – keine Transaktionsgebühren anfallen. Das Zahlungsausfallrisiko und Kosten für Mahngebühren trägt ausschließlich das Unternehmen. (Von Matthias Dahmer)

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