Hartnäckiger Sanierer aus Schwaben

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Der „manroland“-Insolvenzverwalter Werner Schneider.

Offenbach (dpa) - Der Neu-Ulmer Betriebswirt Werner Schneider ist einer der renommiertesten Konkursverwalter Deutschlands. Nun soll er „manroland“ durch die Insolvenz führen.

Die „manroland“-Mitarbeiter setzen große Hoffnungen in den hartnäckigen Insolvenzexperten, der bereits namhafte Unternehmen rettete und über exzellente Kontakte in der Wirtschaft und zu den Banken verfügt. Und auch Politiker halten große Stücke auf ihn: „Wir kennen ihn seit vielen Jahren als außerordentlich erfahrenen, kompetenten und auch industrieerfahrenen Partner“, hatte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Montag gesagt.

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Zu den Insolvenz-Projekten des 68-Jährigen gehörten in den vergangenen Jahren unter anderem der Neu-Ulmer Sattelauflieger-Hersteller Kögel, die Faserfabrik Trevira im schwäbischen Bobingen und der Kuvertiermaschinenhersteller Böwe Systec. Bei der Augsburger Walter Bau AG rettete der Wirtschaftsprüfer zwei Drittel der Stellen.

Zuletzt machte Schneider im Sommer Schlagzeilen, als er für Walter Bau das Flugzeug des thailändischen Prinzen Maha Vajiralongkorn in München pfänden ließ - das Land hatte Millionen-Schulden bei dem Unternehmen. Die Maschine wurde schließlich gegen eine Bürgschaft von 38 Millionen Euro ausgelöst. 2005 hatte Schneider schon einmal Forderungen von Walter-Bau mit der Pfändung eines Flugzeugs eingetrieben - es gehörte der staatlichen libanesischen Fluggesellschaft.

Werner Schneider wurde 1943 in Ulm geboren, studierte in Wien und Erlangen-Nürnberg Betriebswirtschaftslehre und wurde 1972 als Steuerberater mit eigenen Kanzleien in Augsburg und Ulm zugelassen. Gleichzeitig arbeite er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Universität Augsburg - hier kam er zufällig auf den Beruf des Insolvenzverwalters, als er mit der Insolvenz eines Jaguar-Händlers betraut wurde. Heute beschäftigt die Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner rund 220 Mitarbeiter.

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