Fernzüge bleiben Mangelware in Offenbach

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Echten Fernverkehr gibt es im Hauptbahnhof eigentlich nicht. Die Bahn beabsichtigt diesbezüglich keine Änderungen, etwa in Form vermehrter IC-Halte: „Von den Nachteilen wären deutlich mehr Reisende negativ betroffen als in Offenbach von einem Halt profitieren würden“, heißt es dazu aus der DB-Pressestelle.

Offenbach - Mit Beurteilungen ist es so eine Sache: Was der eine für gut befindet, ist in den Augen anderer höchstens „ausreichend“. Bestes Beispiel hierfür ist das Fernverkehrsaufkommen am Offenbacher Hauptbahnhof. Von Jenny Bieniek 

Die örtliche SPD hat das in ihren Augen magere Angebot unlängst zum Anlass genommen, um einen Antrag zur besseren Anbindung Offenbachs an den schienengebundenen Fernverkehr auf den Weg zu bringen. Die Deutsche Bahn hingegen sieht für Offenbach keinen Handlungsbedarf: Durch die Nähe zum Fernverkehrsdrehkreuz Frankfurt mit seinen vielfältigen Anschlüssen sei Offenbach „optimal an das nationale und internationale Fernverkehrsnetz angebunden“, heißt es dort auf Nachfrage.

Von der angekündigten Kunden-Offensive, mit der die Bahn bis 2030 nahezu alle deutschen Großstädte ab 100.000 Einwohnern ans Fernverkehrsnetz anbinden will, profitiert Offenbach also nicht. Schließlich gebe es schon zwei Intercity-Stopps, so ein Bahnsprecher. Deren Distanz rechtfertigt die Bezeichnung „Fernverkehr“ jedoch nur bedingt: Einer führt werktags um 6.33 Uhr von Bebra nach Frankfurt, der andere von Frankfurt nach Fulda, allerdings nur montags bis mittwochs um 18.31 Uhr. In beiden Fällen handelt es sich um reine Verstärkerzüge für den Berufsverkehr, die im Zuge der Ausweitung des Fernverkehrnetzes langfristig wegfallen dürften. Laut Bahn gehen die aktuellen Planungen jedoch von einer Beibehaltung im kommenden Fahrplanjahr aus. Und: Zusätzliche Fernverkehrshalte in Offenbach würden verlängerte Reisezeiten und damit Anschlussprobleme im dicht belegten Streckennetz bedeuten.

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