„Hauptsache etwas Gemeinsames“

Offenbach - Die beliebtesten Monate für Betriebsausflüge sind zwar schon vorbei, trotzdem finden sich auch nach den Sommerferien diverse Zeitfenster, in denen Schreibtische oder Werkbänke verwaisen und Büros geschlossen bleiben. Wie etwa bei der bei der Stadtverwaltung. Von Dirk Beutel

Allerdings unterliegen auch solche internen Veranstaltungen dem Wandel: „Früher wurde für die Mitarbeiter noch ein Sonderzug gemietet, mit dem man ins Grüne gefahren ist“, erinnert sich Stadtsprecher Matthias Müller. Immerhin sind in der Verwaltung um die 1 000 Mitarbeiter beschäftigt, selbst wenn sich nur die Hälfte angemeldet hat, entstand aus solchen Ausflügen schnell eine Mammutveranstaltung. Davon ist man aber seit über zehn Jahren abgekommen. Zu groß der logistische Aufwand.

Für die Offenbacher Verkehrs-Betriebe keine Ausflüge 

Mittlerweile organisiert jede Abteilung ihren eigenen Betriebsausflug. Allerdings sind solche Verabredungen weit weg von kollegialem Grillen und Bierseligkeit. Das Zusammengehörigkeitsgefühl außerhalb karger Bürowände soll im Vordergrund stehen: „Ob Kletterpark oder Firmenbesichtigung, die Hauptsache, es ist irgendetwas Gemeinsames“, sagt Müller und erinnert an den Ausflug der Pressestellenmitarbeiter, die vor zwei Jahren gemeinsam Aufgaben im Gießener Mathematikum gelöst haben. Wer sich nun fragt, wie solche Ausflüge in Zeiten knapper Kassen funktionieren, den kann Matthias Müller beruhigen: „Jeder Mitarbeiter erhält 10 Euro, Fahrtkosten und Verpflegung, werden aus eigener Tasche bezahlt.“

Für die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) käme ein ganztägiger Ausflug aufgrund des Schichtsdienstes überhaupt nicht infrage. „Schließlich können wir nicht einen Tag lang keine Busse fahren lassen“ sagt OVB-Sprecherin Christine Wüst-Rocktäschel. Stattdessen können sich die etwa 300 Mitarbeiter für das obligatorische Weihnachtsfest anmelden.

Mitarbeiterfeste oder Afterwork-Partys

Auch die Energieversorgung Offenbach (EVO) veranstaltet seit rund fünf Jahren keine Betriebsausflüge mehr. Die über 500 Angestellten kommen mit ihren Angehörigen bei jährlichen Mitarbeiterfesten oder Afterwork-Partys zusammen. Immer an verschiedenen Orten, wie EVO-Sprecher Martin Ochs erklärt. Der King Kamehameha Club diente als Treffpunkt, ebenso wie das Büsingpalais oder die Rosenhöhe. Allerdings bleibt es nicht bei solchen einmaligen Terminen: „Über das ganze Jahr hinweg sind die Mitarbeiter in ihren Betriebssportgruppen aktiv“, erläutert Ochs. Und auch wenn der Betriebsausflug keinen Platz bei der EVO findet, das abteilungsübergreifende Betriebsfest hält Ochs für unerlässlich. Schließlich gelte es nicht nur, Kontakte zu pflegen, sondern auch zu intensivieren. „Besonderes, wenn man seinen Gegenüber nur vom Telefonieren her kennt.“

Breites Gemeinschaftsangebot

Bei Manroland ist der Betriebsausflug nicht so ganz aus dem Terminkalender verschwunden. Beim Druckmaschinenhersteller organisieren die Abteilungen ihr Programm ebenfalls unabhängig voneinander. Wie die Meistervereinigung, die sich wieder im September trifft, um die Stadion-Baustelle auf dem Bieberer Berg zu besuchen. Auch der Betriebssport wird groß geschrieben. Tennis, Radfahren, Laufen sind nur wenige Beispiele für das breite Gemeinschaftsangebot. Und: „In den Sportgruppen nehmen die Mitglieder über das Jahr verteilt an Wettkämpfen, wie dem JP Morgan Lauf teil“, sagt Günter Fabian, Spartenleiter der Betriebssportgruppe Laufen und Abteilungsleiter der Fertigung.

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