Stabilisator hält Poren offen

Hauptweg im Dreieichpark wird saniert

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Die Morgensonne wirft lange Schatten auf den Hauptweg im Dreieichpark. Derzeit bauen Arbeiter die Schottertragschicht für den Weg ein. Für die Zone rund um die Wurzeln verwenden sie ein überbaubares, spezielles Baumsubstrat.

Offenbach - Die ersten echten Sonn(en)tage lockten mit gefühlten 25 Grad ins Freie. Also rauf aufs Fahrrad, runter an den Main. . .  Von wegen! Ein Bauzaun kappt derzeit eine wichtige innerstädtische Radfahrer- und Fußgängerroute – den Dreieichpark. Von Martin Kuhn

Daran ändert sich in den nächsten Wochen wenig. Die Sanierung des Hauptwegs soll Mitte Mai beendet sein.

Für veranschlagte 200.000 Euro haben die Firmen zunächst die alte Bitumendecke entfernt; es folgt eine sogenannte Schottertragschicht, die sie für den Weg einbauen. „Rund um die Wurzeln der Bäume ist ein überbaubares Baumsubstrat vorgesehen“, erläutert Stadtplaner Markus Eichberger. Zu sehen und zu begehen ist künftig eine wassergebundene Decke. „Diese Deckschicht ist zusätzlich mit einem Bindemittel versehen, was die Scherfestigkeit und Beanspruchbarkeit des Materials erhöht.“ Die Lampen bleiben, einzelne Bänke werden versetzt.

Hauptweg mehrfach geflickt

In der Vergangenheit wurde der Hauptweg mehrfach geflickt. Allerdings erschien den Experten das bisherige Erscheinungsbild mit „punktuellen Ausbesserungen sowie den vorhandenen Belagsanhebungen und Schadstellen sehr inhomogen und in einem schlechten Zustand“, heißt’s im Projektbeschluss von 2012. Die Anhebungen der Asphaltdecke durch Baumwurzeln galten zudem als Gefahrenstellen. „Insgesamt wirken die funktionellen und ästhetischen Beeinträchtigungen des Weges negativ auf den Gesamteindruck des Parks, der als Gartendenkmal einen hohen Stellenwert besitzt.“

Deshalb hatten die Fachleute für die Sanierung des Belags, entsprechend den übrigen Wegen im Dreieichpark, eine wassergebundene Decke empfohlen. Aber da war doch was... Richtig! Eine ebensolche Decke wurde seinerzeit für den Rad- und Fußweg auf der ehemaligen Industriebahntrasse gewählt – mit fatalen Folgen. In den regenreicheren Monaten mutierte der Weg zu einer nahezu unpassierbaren Schlammpiste. Erst Jahre später besserte die Stadt das mit einer Bitumendecke nach.

Daraus Lehren gezogen

Offenbar wurden daraus Lehren gezogen. Die Oberfläche im Dreieichpark wird durch einen sogenannten Stabilizer ergänzt. Diese Beimischung führt zu einer höheren Scherfestigkeit und einer Minderung der Staubentwicklung. „Die Poren setzen sich nicht zu, und die Wasserdurchlässigkeit bleibt erhalten. Diese hochwertige Decke entspricht in ihrer Optik und in ihren ökologischen Qualitäten einer wassergebundenen Wegedecke. Sie ist jedoch strapazierfähiger und deshalb in der Unterhaltung kostengünstiger als herkömmliche wassergebundene Wegedecken.“

Die Offenbacher werden’s an dieser Stelle wohl genauer beobachten – zumal der restliche Offenbacher Anlagenring, der sich um die weitere Innenstadt schmiegt, auch noch mit wassergebundener und teils holpriger (Asphalt-) Decke versehen ist.

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