„Hausgemachte Schwäche“

Offenbach (mad) - Absturz von 32,2 auf 26,3 Prozent: Der Frust über das schlechte Abschneiden bei der Wahl sitzt tief bei den Genossen. Wie tief, ist in einer Resolution der Ortsvereine nachzulesen, die aber nicht beschlossen wurde und vom Vorstand nochmal beraten werden soll.

Die beiden Ziele, stärkste Fraktion zu werden und die Fraktion zu erneuern, seien verfehlt worden, heißt es in dem dreiseitigen Papier. Die „hausgemachte Schwäche“ der Offenbacher SPD drücke sich weniger im Ergebnis der Grünen aus als vielmehr im Vergleich zum Abschneiden der Union. Die Konservativen hätten „trotz einer Kommunalpolitik ohne ernsthafte Akzente und einer für sie desaströsen Großwetterlage“ nur halb so viele Prozentpunkte verloren wie die SPD.

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Die Erfolge sozialdemokratischer Politik, heißt es in der Resolution weiter, würden nicht als solche wahrgenommen und auch nicht der SPD zugerechnet. Die Ausrichtung der Kommunikation auf die erreichbaren Wählerschichten, die tatsächlich zur Wahl gehen, wird als unzureichend bezeichnet.

Als weitgehend gescheitert wird die Neuaufstellung der Fraktion angesehen. Die Fraktion lebe von Erfahrung und neuen Impulsen. Die Länge der Kandidatenliste korrespondiere leider nicht mit der Zahl der erreichbaren Sitze. „Ein beabsichtigter Austausch muss stärker im Angebot sichtbar sein und weniger abhängig von der Eigeninitiative“, formulieren die unzufriedenen Genossen.

Kritik wird auch an der Zusammenarbeit zwischen den SPD-Vertretern im Magistrat, der Fraktion und der Partei geübt. Die müsse künftig verbessert und effektiver werden heißt es.

Mit Blick auf ein vermutlich knapperes Budget wird in der Resolution vorgeschlagen, bei Wahlkämpfen auf die Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur zu verzichten: „Parteifarbe und Kurzboschaften reichen für die Erkennbarkeit und Mobilisierung vollkommen aus.“

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