Made in Offenbach

Heelbopps: Buntes für den Absatz

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Ob in Pastelltönen oder knalligen Neonfarben: Heelbopps schützen den Absatz und sind garantiert ein Hingucker. Das war auch während der GDS-Schuhmesse in Düsseldorf der Fall.

Offenbach - Sie lassen sich leicht aufstecken, sind elastisch und trotzdem stabil. Sie geben Halt und peppen gleichzeitig jeden Stöckelschuh auf: Heelbopps made in Offenbach könnten der neue Trend werden. Von Corinna Hiss

Kennen Sie folgendes Szenario: Die neu gekauften Highheels an den Füßen hetzen Sie zum nächsten Termin, als Sie in Kopfsteinpflaster, Gullideckel oder Abzugsgitter steckenbleiben? Das ruiniert den Absatz, und schlimmstenfalls knickt man auch noch um. Katharina Hermes trägt für ihr Leben gern Highheels mit dünnen Absätzen. Die Zeiten, in denen sie sich diese aber ruinierte, sind vorbei. Sie trägt nur noch Heelbopps, sogenannte aufsteckbare Absätze, die sie selbst entworfen hat. „Die Idee dazu kam vor etwa zwei Jahren“, erzählt sie, nachdem sie sich ihre „Traumschuhe“ nicht gekauft hatte, weil der Pfennigabsatz so empfindlich gewesen sei. Nach intensiver Suche stellte sie fest, dass es bis dahin nichts gab, das ihr Problem löste. „Alles, was ich fand an aufsteckbaren Absätzen, war entweder hässlich, fiel ab oder war nicht stabil“, sagt Hermes.

So entstand bei der Modedesignerin die Idee, etwas zu kreieren, das sowohl praktisch als auch stylisch sein sollte. „Die Heelbopps können auf jeden dünnen Absatz aufgesteckt werden“, erläutert die 29-Jährige das Prinzip. „Damit geben sie nicht nur Halt, sie schonen auch den Absatz und dienen als Schuh-Accessoire.“ Mit der Idee, nicht nur Absatzschoner, sondern „Absatzstyler“, wie sie es nennt, zu entwerfen, ist sie bis jetzt weltweit allein. Bei der Berliner Fashion Week im Juli präsentierte Hermes ihre erste Kollektion, seitdem reißen sich europaweit die Läden um das neue Produkt.

Inspirierende Räume

Der Showroom der gebürtigen Schwäbin befindet sich in der Kreativagentur Cosalux in der Hassia-Fabrik. Sie ist eine von 14 Firmen, die in dem ehemaligen Fabrikgebäude ansässig sind. „Die Räume sind unheimlich inspirierend“, schwärmt Hermes. Außerdem passe es ja, da die Hassia früher eine Schuhfabrik war. Der Standort hat aber auch persönliche Gründe: Mit Alexander Coelius, Inhaber der Cosalux, ist sie seit längerem liiert. Hermes schwört auf ihre Produktion „made in Germany“. Deutsche Kunststoffexperten halfen ihr bei der Optimierung der Heelbopps, produziert wird in einer Fabrik bei Linsengericht und gestaltet in Offenbach.

Bis der Heelbopp seine jetzige Form erreicht hat, musste er einige Verwandlungen vornehmen. Der erste hatte einen höheren Schaft und war aus hartem Material. Heute ist er niedriger und daher für kleine Absätze geeignet. Am schwierigsten sei die Beschaffenheit des Kunststoffs gewesen. Oben elastisch passt er sich jedem Absatz an, unten gibt die harte Sohle dem Fuß Halt. Zusätzlich stabilisiert ein Kammernsystem von innen.

Der ganz eigene Walk of Fame

Nach ihrem Modedesign-Studium in Mailand und London hat Hermes bereits für namenhafte Designer wie Roberto Cavalli oder Alexander McQueen gearbeitet. „Ich möchte designen, was vielen gefällt. Ich bin ja kein Künstler, der sich selbst verwirklicht und nur für sich arbeitet“, sagt sie. Inspiration für die neuen Trends holt die june Frau sich auf der Straße, in Magazinen oder Modegeschäften.

Im Moment gibt es in Frankfurt drei Geschäfte, in denen es Heelbopps zu kaufen gibt. Ein Paar aus der aktuellen Kollektion ist für 39 Euro erhältlich, im Herbst soll noch eine „Glam Edition“ für rund siebzig Euro auf den Markt kommen, bei der die Heelbopps mit Strass-Steinchen und Metall-Nieten verziert sind. „Dort sind mir aber keine Grenzen gesetzt“, betont die 29-Jährige.

Der ungewöhnliche Name setzt sich aus Heels und dem bekannten Kometen Hale Bopp zusammen. Der Stern mit vier dünnen Linien ist auch im Logo enthalten. „Mit den Heelbopps kann jede Frau ihren eigenen Walk of Fame hinterlassen“, ist Hermes überzeugt. Noch ist sie mit ihrem Konzept allein. Aber die Konkurrenz schläft nicht, weiß sie. „Ich muss einfach besser und schneller sein als die anderen“, ist ihr Ziel.

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