Heim zu neuen Lesern

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Jetzt kommt überzählige Lektüre rum, statt im Keller zu verstauben. Steinmetz-Chefin Helma Fischer (vorne) hatte die Idee.

Offenbach (tk) ‐ Wer Bücher liebt, wirft sie nicht weg. Quellen die Regale über, verbannt man sie vielleicht in den Keller oder auf den Dachboden. Aber das auch nur mit schlechtem Gewissen.

Im Offenbacher Bürgerbüro steht seit gestern eine Alternative: Der „Offenbacher Bücherschrank“ gewährt der in ihrer alten Heimat überzähligen Lektüre Asyl auf dem Weg zu neuen Lesern. Die Idee stammt von Helma Fischer, der Chefin der Steinmetz’schen Buchhandlung. Bürgerbüro-Leiterin Martina Fuchs stellt den Raum - der Ort für den Bücherschrank sollte einer sein, an dem sich täglich viele Menschen aufhalten.

Stadtbibliothekarin Gudrun Kulzer und Volker Behrens vom Buchladen am Markt beteiligen sich mit Lesestoff. Rund 70 Bücher sind der von den Buchläden und der Bücherei gestiftete Grundstock. Da fällt als Klassiker Italo Calvinos zauberhafter „Baron in den Bäumen“ ins Auge, hier ist als junges Werk Daniel Kehlmanns „Entdeckung der Welt“ zu entdecken, dort trifft Martin Walser auf Alexander Solschenizyn. Neugierige dürfen in Schwerem wie Leichtem stöbern und mitnehmen, was ihnen gefällt. Das Buch findet so entweder eine neue Heimat oder wird nach dem Schmökern wieder in den Bücherschrank zurückgestellt. Vielleicht in Begleitung von anderen, die ebenfalls zu schade zum Verstecken sind.

„Ich glaube schon, dass da eine schöne Rotation entsteht“, sagt Volker Behrens. „So bleiben Bücher im Umlauf, treffen auf neue Leser, Leser können auch unbekannte oder vergessene Bücher in die Hand bekommen“, meint Initiatorin Helma Fischer.

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