Heiße Nacht für die Feuerwehr

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Dem ausgebrannten Hinterhofgebäude der Bahnhofstraße 37 steht der Abriss bevor.

Offenbach (tk) - Das Gebäude ist einsturzgefährdet und muss kontrolliert abgerissen werden. Ein Umstand, der es der Polizei gestern erschwerte, den Ursachen eines nächtlichen Großbrands in der Bahnhofstraße nachzuspüren.

Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Das verkommene Anwesen ist unbewohnt, ob elektrische Versorgung bestand, die einen technischen Defekt möglich gemacht hätte, ist noch ungeklärt.

Um 1.18 Uhr ging der Alarm bei der Berufsfeuerwehr ein. Als der Löschzug an dem zur Berliner Straße hin offenen Anwesen eintraf, schlugen bereits meterhoch die Flammen aus dem Dach des leer stehenden Gebäudes im Hinterhof. Der Einsatzleiter forderte unverzüglich einen zweiten Löschzug an.

Einsturzgefahr erschwerte die Löscharbeiten

Um die Flammen zu löschen benutzten die Feuerwehrleute unter anderem von der Höhe der Drehleiter aus einen Wasserwerfer. Feuerwehrchef Uwe Sauer berichtet, das Gebäude sei sehr gut verschlossen gewesen. Beigemischtes Schaummittel verwandelte Haus und Hof optisch zeitweilig in eine Schneelandschaft. Damit sich der Brand nicht auf ein angrenzendes Werkstattgebäude ausbreitete, wurde mit Löschrohren und Wasser aufgebaut, was die Wehrleute „Riegelstellung“ nennen. Um 2.08 Uhr war der Brand unter Kontrolle, um 2.38 Uhr wurde „Feuer aus“ gemeldet. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich wegen der Einsturzgefahr schwierig.

Bilder von den Bränden in Offenbach

Brand in der Innenstadt

Gegen 4.15 Uhr galt der Einsatz für die 18 Berufsfeuerwehleute und die 18 Freiwilligen aus Rumpenheim, Waldheim und Bieber als beendet. Das war ein Trugschluss: Um 6.57 Uhr wurde die Feuerwehr erneut in die Bahnhofstraße 37 gerufen. Schon wieder stand der Dachstuhl in Flammen. Um 7.45 Uhr meldeten die Brandschützer „Feuer unter Kontrolle“. Der folgende schrittweise Abriss diente auch dazu, verborgene Glutnester freizulegen und zu löschen. Der Schaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt.

Ursache für Wohnungsbrand unklar

Bereits am früheren Montagabend mussten die Berufsfeuerwehr und Rumpenheims Freiwillige in Richtung Bürgel ausrücken. Um 20.12 Uhr wurde für die Bildstockstraße 17 ein Zimmerbrand im zweiten Obergeschoss gemeldet. Der Eigentümer erwartete den Löschzug bereits auf der Straße und wurde dem Rettungsdienst zur Behandlung übergeben, weil er bei seinen ersten Löschversuchen schon sehr viel Rauch eingeatmet hatte. Ein mit Atemschutz ausgerüsteter Trupp machte sich auf die Suche nach dem Brandherd und machte sich anschließend daran, diesen zu bekämpfen. Parallel dazu begann ein zweiter Trupp mit der Belüftung des Treppenhauses.

Die Wohnung litt so stark unter dem Rauch, dass sie zur Zeit als unbewohnbar gilt. Die Ursache des Feuers wird noch ermittelt, die Schadenshöhe ebenfalls. Außer dem Bewohner selbst wurde niemand in Mitleidenschaft gezogen.

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