Kauf- und Mietpreise für Immobilien im Rhein-Main-Gebiet

Heißer Markt – aber noch keine Blase

Offenbach/Frankfurt - Die Nachfrage nach Wohneigentum und Mietwohnungen ist im Rhein-Main-Gebiet in den vergangenen Jahren ebenso stark gestiegen wie die Preise. Das liegt am Bevölkerungswachstum, aber auch an den niedrigen Zinsen. Von Christoph Zöllner

Die vom Regionalverband ermittelten Baulandpreise in der Region, Stand 2014.

Kritiker meinen, dass der Markt zunehmend einer Blase gleicht, die zu platzen droht. So sind die Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien von Juli 2012 bis Juli 2015 im Gebiet des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain um insgesamt 23 Prozent gestiegen, wie aus der neuen Broschüre „Bauen und Wohnen“ des Verbandes hervorgeht. In Frankfurt habe der Quadratmeterpreis innerhalb dieser drei Jahre um fast 1000 Euro zugenommen, was einer Steigerung von 28 Prozent entspricht. Zum Vergleich: In demselben Zeitraum ist der Kaufpreis in Offenbach um 12 Prozent gestiegen. „Wir sehen noch keine Blase“, sagte Nikolaus Jung, Geschäftsführer von Haus und Grund in Frankfurt, bei einem Pressegespräch zur aktuellen Lage des Immobilienmarktes. „Wir erleben eine Renaissance der Innenstädte.“ Noch vor 40 Jahren sei Frankfurt als unbewohnbar bezeichnet worden, doch nun wolle der Zuzug nicht mehr abreißen. Dabei habe Frankfurt noch Reserven, im Vergleich zu München etwa sei bislang nur die Hälfte an Nachverdichtung erfolgt: „Es gibt genügend Flächen, die von den Kommunen aber nicht genutzt werden.“

Entwicklung der Kauf- und Mietpreise

Daniel Ritter, Geschäftsführender Gesellschafter der „von Poll Immobilien GmbH“, sieht ebenfalls keine Anzeichen für eine Blase, der Wohnraum in der Region sei solide finanziert. Jost Paffrath von Immobilienscout 24 stimmte ihm grundsätzlich zu: „Wir haben eine Erhitzung, aber noch keine Überhitzung.“ Im internationalen Vergleich – etwa mit London und Paris – seien die Preise noch niedrig. Es drohe aber ein Problem, wenn bei Darlehen die ersten Zinsbindungen ausliefen und wenig getilgt worden sei. Sollten dann noch die Zinsen steigen, könne es kritisch werden. Bei den Baulandpreisen in der Region reichte die Preisspanne im Jahr 2014 von durchschnittlich 75 Euro pro Quadratmeter in Weilrod bis zu 3500 Euro in Frankfurt. Während letztgenannter Preis für Bauland in gehobener Lage fällig wird, rangierten die Werte in mäßiger Lage bei 290 Euro – eine große Bandbreite also. Bei bestehenden Wohnimmobilien lag der durchschnittliche Kaufpreis in den 75 Verbandskommunen im Jahr 2014 bei 1972 Euro pro Quadratmeter, wobei die Preisspanne von 992 Euro in Rockenberg (Wetterau) bis 3951 Euro in Frankfurt reichte. Im Westend der Mainmetropole wurden sogar Verkaufspreise von über 10.000 Euro pro Quadratmeter erreicht.

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Kommunen aus dem Kreis Offenbach wie Egelsbach (2704 Euro), Dreieich (2413 Euro) und Seligenstadt (2297 Euro) liegen noch vor Offenbach (2258 Euro) und Hanau (1966 Euro). Dietzenbach, mit 1396 Euro am unteren Ende der Skala im Kreis, kann immerhin mit 7,7 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahr einen klaren Zuwachs verbuchen. Hier ist Egelsbach mit einem Anstieg von 30,7 Prozent klarer Spitzenreiter vor Hanau (25,5 Prozent). In den vergangenen drei Jahren sind die Mieten im Verbandsgebiet kontinuierlich gestiegen, wobei rein rechnerisch im Zeitraum von Juli 2012 bis Juli 2015 der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 7,84 auf aktuell 8,94 Euro zugenommen hat (plus 14 Prozent). Neben dem Standort spielen auch Faktoren wie Größe, Ausstattung und Baujahr eine Rolle bei der Wertermittlung einer Immobilie.

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Auch bei den Mietpreisen gehört Frankfurt zu den teuersten Großstädten in Deutschland. Seit Mitte 2012 ist dort der durchschnittliche Mietpreis von 12,81 Euro pro Quadratmeter bis Mitte 2015 um 6,2 Prozent auf 13,60 Euro gestiegen. In demselben Zeitraum hat der Mietpreis für Wohnimmobilien in Offenbach um 13,7 Prozent zugenommen. Im Kreis Offenbach lagen im vergangenen Jahr Neu-Isenburg (9,7 Euro pro Quadratmeter), Dreieich (9,4) und Egelsbach (8,9) vorne, billiger ist’s in Mainhausen (7,0), Hainburg und Rödermark (7,5). In Hanau lag der der durchschnittliche Mietpreis bei 7,4 Euro.

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