Heizen ohne Öl und Gas möglich

Offenbach - Heizen bleibt teuer. Im vergangenen Jahr ist der Preis für Heizöl um 25 Prozent und der für Gas um 4,6 Prozent gestiegen. Viele Hausbesitzer interessieren sich daher für alternative Heizungssysteme, um die Energiekosten dauerhaft zu senken.

Doch nicht erst durch die veränderte Solar-Förderung fragen sich Immobilienbesitzer, ob sich eine Modernisierung oder gar der Austausch ihrer Heizung rechnet. Die Investitionen in eine neue Heizung wollen mit Blick auf die Nutzungsdauer indes gut überlegt sein.

Wie kann man erneuerbare Energie kosten- und umweltschonend einsetzen? Wie finanziert man eine moderne Heizung? Welche baulichen Voraussetzungen müssen für einen Heizungsaustausch erfüllt werden? Diese und andere Fragen beantworten Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion am Donnerstag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr. Am Telefon:

Jochen Fenn, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen (069 85008279);

Carsten Metelmann, Referatsleiter Technik im Fachverband Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik Hessen (069 85008280);

Horst Pischel, unabhängiger Bauherrenberater vom Bauherren-Schutzbund (069 85008281).

Welche Heizung ist unter Kostengesichtspunkten empfehlenswert? Das hängt unter anderem von der Gebäudeform, Lage, Wärmeschutz, Nutzungsdauer und auch den eigenen Vorlieben ab. Hausbesitzer haben die Qual der Wahl und können unter vielen Techniken und Energiequellen wählen. Neben modernen Öl- und Gasbrennwertgeräten, die auch die im Wasserdampf der Abgase enthaltende Wärme nutzen und daher einen höheren Nutzungsgrad haben, liegen umweltfreundliche Holzpellet-Heizungen oder Wärmepumpen preislich langfristig vorn. Nach neuen Berechnungen mussten Besitzer einer Holzheizung, Solarthermieanlage oder Wärmepumpe 2009 durchschnittlich 595 Euro weniger für Heizkosten ausgeben, als Nutzer konventioneller Gas- oder Ölheizungen.

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Mikro-Blockheizkraftwerke. Moderne Geräte sind mit einem Pufferspeicher für Warmwasser ausgestattet, damit die Anlagen nicht ständig an- beziehungsweise ausgeschaltet werden müssen, wenn zum Beispiel Wasser zum Duschen benötigt wird. Je teurer Strom wird, desto lohnenswerter sind die kleinen „Hauskraftwerke“, denn für jede erzeugte Kilowattstunde, die man verbraucht, erhält man 5,11 Cent. Überschüssigen Strom kann der Hausbesitzer an das öffentliche Stromnetz verkaufen.

Heizungsunterstützend können Eigenheimbesitzer eine Solarkollektoranlage installieren, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Die Anlagen stellen Wärme zum Heizen oder Warmwasser zum Baden und Waschen bereit. Das lohnt sich vor allem in den Sommermonaten, denn in dieser Zeit kann der Heizkessel ausgeschaltet werden. Viele Modernisierungsmaßnahmen werden von Bund und Ländern gefördert. Die KfW-Bankengruppe beispielsweise bezuschusst energetische Einzelmaßnahmen, wie den Austausch der Heizung, mit 7,5 Prozent der Kosten und bis zu 3750 Euro pro Wohneinheit.

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