Schnellerer Ausbau von Nahwärmenetzen

Heizen teurer als Strom

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Statistiken zufolge müssen die Verbraucher rund zwei bis drei Prozent ihres Einkommens für den Strom ausgeben. Die Ausgaben für die Wärme betragen mehr als das Doppelte.

Berlin/Offenbach - „Wer den Kohlendioxid-Ausstoß senken will, muss die Einspardebatte in Deutschland auf den Wärmemarkt lenken.“

Diese Auffassung hat die Vorstandsvorsitzende der nergieversorgung Offenbach AG (EVO), Heike Heim, kürzlich beim Verbandskongress der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin vertreten. Heim erklärte, dass rund 70 Prozent der Primärenergie in den Wärmemarkt fließen. „Hier liegt der größte Hebel zur Reduktion von Kohlendioxid. “.

Auf Einladung von BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller hat Heim mit Fachleuten aus Politik, Energiewirtschaft und Verbraucherschutz über die Herausforderungen im Wärmemarkt diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Verbraucher deutlich mehr für das Heizen als für die Elektrizität ausgeben müssen. Der Strom ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 80 Prozent teurer geworden - vor allem aufgrund der Vorgaben des Gesetzgebers, erklärte die EVO. Der Preisanstieg beim Heizöl betrug im gleichen Zeitraum den Angaben zufolge 150 Prozent. „Über diese Belastung wird kaum diskutiert“, sagte Heim.

EVO-Vorstandschefin forderte deshalb vernünftige Anreizsysteme

Statistiken zufolge müssen die Verbraucher rund zwei bis drei Prozent ihres Einkommens für den Strom ausgeben. Die Ausgaben für die Wärme betragen mehr als das Doppelte. Die EVO-Vorstandschefin forderte deshalb vernünftige Anreizsysteme, um die Erneuerung veralteter Heizanlagen voranzutreiben. Sie sprach sich für den schnelleren Ausbau von Nahwärmenetzen als eine mögliche Option aus, bei denen nur eine einzige Heizanlage gebaut werden muss, um zahlreiche Häuser zu versorgen. Hier könnten verstärkt regenerative Energien wie etwa Holzpellets zum Einsatz kommen.

Erneuerbare Energien müssen laut Heim mehr in Markt und Wettbewerb eingebunden werden - immer neue Belastungen führt die Energiewende nicht ans Ziel, hieß es. „Die Energie muss bezahlbar bleiben“, forderte Heim.

ku

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