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Einige der 400 stolzen Offenbacher, die nun eine ein Jahr lang gültige Ehrenamtscard erhalten haben, auf einem Foto vereint: Abelkader Rafoud (Ausländerbeirat), Hubert Springer (Freiwillige Feuerwehr), Elke Schuster (Egerländer Gmoi), Andrea Wernig (Eiche), Manfred Tabler (evangelischer Dekanatsvorstand), Jamila Larhemouchi (Ausländerbeirat).

Offenbach - Tausende Offenbacher engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Initiativen und Projekten - sie trainieren Jugendliche, organisieren Ausstellungen und Konzerte oder kümmern sich um Alte und Behinderte. Als Anerkennung für ihre Arbeiten erhielten jetzt rund 400 von ihnen die Ehrenamtscard, mit der sie hessenweit in den Genuss zahlreicher Vergünstigungen kommen.Von Denis Düttmann

In Offenbach sind 34 Geschäfte und Institutionen mit von der Partie - darunter Kleider Frei, Koffer Roth, Saturn, das Haus der Stadtgeschichte und die Volkshochschule. „Es geht gar nicht so sehr um den materiellen Gegenwert, sondern um Anerkennung für ihre wichtige Arbeit“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider am Freitag bei der Verleihung der Karten im Rathaus. „Hauptamtliche alleine können die Vielfalt der Stadt nicht gewährleisten - dafür braucht es Ehrenamtliche im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich.“

Der kürzlich wieder gewählte Vorsitzende des Sportkreises Offenbach, Peter Dinkel, hat ausgerechnet, dass der Staat durch die Arbeit der Ehrenamtlichen jährlich 3,5 Milliarden Euro einspart. Stephan Würz, Leiter der hessischen Ehrenamtsagentur, betonte hingegen, dass sich der Wert der ehrenamtlichen Arbeit gar nicht in Euro und Cent messen lasse.

Die Karte ist in ganz Hessen gültig. Die 13 000 Inhaber erhalten über 1 200 Vergünstigungen in Sportclubs, Kinos, Museen, Freizeitparks und im Handel.„Sie schaffen Bindungen und Beziehungen, haben Multiplikatorenwirkung“, erklärte er rund 100 Ehrenamtlichen im Stadtverordnetensitzungssaal. Würz glaubt, dass sich in der jüngsten Zeit die Motivation für ein ehrenamtliches Engagement grundlegend geändert habe: Ehrenamtliche wollen nicht nur Gutes tun, sie möchten sich selbst verwirklichen. Das habe jedoch nichts mit Egoismus zu tun - vielmehr zeige es, dass von ehrenamtlicher Arbeit beide Seiten profitieren könnten. In einer Variation des berühmten Kennedy-Zitats müsse man sich fragen: „Was kannst du für dich tun, das auch anderen nützt.“

Manfred Tabler von der evangelischen Kirchengemeinde in Rumpenheim hat die Ehrenamtscard schon zum zweiten Mal bekommen. „Meine Frau und ich gehen gerne ins Theater oder auf Konzerte - mit der Karte bekommt man in vielen Häusern Prozente“, sagte Tabler. Elke Schuster von der Egerländer Gmoi hat die Karte genutzt, um günstiger ins Mühlheimer Schwimmbad zu kommen und war bei Kleider Frei shoppen.

„Ich war im Ledermuseum, habe vergünstigte Theaterkarten gekauft und Prozente auf eine Tasche bei Koffer Roth bekommen“, sagte Jamila Larhemouchi vom Ausländerbeirat.

„Wir haben uns in Offenbach mit der Einführung der Ehrenamtscard zunächst etwas schwer getan“, gesteht der Leiter des Referats Ehrenamt, Reinhard Knecht. „Jetzt sind wir aber auf einem guten Weg.“ Vor zwei Jahren verteilte die Stadt 365 Karten, die jeweils ein Jahr gültig sind. Diesmal sind es rund 400, und es sollen noch mehr werden. „Vereine, Gruppen und Initiativen sind aufgerufen, verdiente Mitglieder vorzuschlagen“, sagt Knecht. „Unser Ziel ist es, bald 500 Karten zu vergeben.“

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