Kritik an verwirrender Regelung der Zuständigkeiten

Helfer in Unterkünften sind im Dauereinsatz

Offenbach - Die anhaltenden Flüchtlingsströme bringen auch die Helfer oft an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit. In Offenbach sind derzeit insgesamt 477 Flüchtlinge in zwei Turnhallen und einer Gewerbeimmobilie untergebracht.

Besonders gefordert sind die medizinischen Helfer, welche die Flüchtlinge bei der Aufnahme untersuchen.

Um sie kümmern sich neben den ehrenamtlichen Kräften des DRK-Kreisverbands und der Berufsfeuerwehr das THW, Helfer des Roten Kreuzes aus dem Odenwaldkreis und dem Hochtaunuskreis, die Freiwilligen Feuerwehren aus Offenbach sowie Soldaten der Bundeswehr. Teilweise sind die Helfer seit zwei Wochen ununterbrochen im Einsatz. „Ohne dieses herausragende Engagement aller und ohne die gut funktionierenden Führungsstrukturen des Katastrophenschutzes und der Feuerwehr wäre die vom Innenministerium verlangte Leistung in Offenbach sicher nicht zu erbringen, schon gar nicht in der extrem kurzen Zeit“, betont der Leiter des Führungsstabs, Offenbachs Feuerwehrchef Uwe Sauer.

Aber auch die hauptamtlichen Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie zahlreiche Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind mit Unterstützung der Stadtwerke-Unternehmensgruppe seit Wochen in erster Linie mit der Flüchtlingsunterbringung und allen damit zusammenhängenden Aufgaben befasst. Einen Überblick über die Zahl der Helfer und „Mannstunden“ hat Feuerwehrchef Sauer derzeit nicht. Er selbst hat bis zum 16. September zwei Wochen Urlaub geopfert und mehr als 40 Überstunden geleistet. Im aktuellen Einsatz waren zeitweise 275 Helferinnen und Helfer zeitgleich, um die Hallen für eine Unterbringung vorzubereiten. „Gegenwärtig haben wir im Betrieb etwa 70 Helfer rund um die Uhr im Einsatz“, berichtet er.

Bilder: Einblicke in die Notunterkünfte für Flüchtlinge

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Beim Aufbau der Erstaufnahme-Einrichtung am Kaiserlei hebt Sauer einen besonders hervor: Michael Seitz, Sachgebietsleiter Gebäudemanagement der Feuerwehr. „Ohne ihn hätten wir den bisherigen Baufortschritt niemals erreichen können“, betont Sauer. „Teilweise hat er bis zu 200 Handwerker gleichzeitig auf der Baustelle organisiert und gesteuert.“ Besondere Herausforderungen sind aus Sicht des Amtsleiters der Feuerwehr der enorme Zeitdruck und die extrem hohe Komplexität an Zuständigkeiten zwischen dem Land, dem Regierungspräsidium und der Kommune. Die meisten Kopfschmerzen bereitet Sauer jedoch die fehlende Gewissheit, wann der Dauereinsatz beendet sein wird. „Hinzu kommen Verlautbarungen von verschiedenen Stellen des Landes, die unsere Planungen immer wieder durcheinanderbringen.“ Zur Belastung der Helfer kommt hinzu: Das Alltagsgeschäft, der eigentliche Job, muss ebenso erledigt werden.

Flüchtlingsunterkunft am Kaiserlei: Bilder

Mit der Flüchtlingsthematik ebenfalls intensiv beschäftigt sind neben der GBM und dem ESO zahlreiche Ämter. Unter anderem kommen Schulamt, Jugendamt, Sozialamt, Ordnungsamt, Veterinäramt und Kämmerei regelmäßig zu Beratungen im Verwaltungsstab zusammen. Dort vertreten sind auch externe Beteiligte wie DRK, ASB, Polizei und EVO. Besonders gefordert ist das Stadtgesundheitsamt. Im Flüchtlingseinsatz sind laut Amtsleiter Dr. Bernhard Bornhofen 13 eigene Kräfte, überwiegend mit 100 Prozent ihrer Arbeitszeit, sowie 23 externe Ärzte und eine Hebamme, die stundenweise bei der Versorgung der Flüchtlinge helfen.

mad

Rubriklistenbild: © Stadt

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