Neues Hellas-Domizil

Der Umzug kann beginnen

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Den symbolischen süßen Schlüssel fürs neue Hellas-Heim schnitt auf der Terrasse des künftigen Bootshauses Vorsitzender Dr. Bernd Hübinger an. Ihm assistierten (von links): Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel, Bürgermeister Peter Schneider, Oberbürgermeister Horst Schneider und OPG-Chefin Daniela Matha.

Offenbach - Stadt und Hellas-Ruderer freuen sich bei der Schlüsselübergabe fürs neue Domizil des Vereins über die am Ende gelungene Zusammenarbeit. Bei allem Lob wird aber auch deutlich: Es war ein zähes Ringen. Von Matthias Dahmer 

Mit allseitigem Lob und Erleichterung darüber, dass es nach mehr als zehnjährigem Ringen doch noch geklappt mit dem Umzug, hat die Stadt dem Ruderverein Hellas gestern offiziell die Schlüssel fürs neue Vereinsdomizil am Nordring 129a übergeben. Nach rund sechs Monaten Bauzeit können die 150 Mitglieder, davon 30 Aktive, in den nächsten Wochen die Vereinsräume im Obergeschoss beziehen. Der vollständige Umzug vom angestammten Gelände im Hafen in den rund 700 Meter entfernten Neubau zwischen dem Kulturtempel Hafen 2 und den Ruderern der SG Wiking müssen die Hellenen bis Mitte Juli bewerkstelligt haben. Dann wird ihr altes Heim der Deutschland-Zentrale des internationalen Konzerns St.Gobain weichen.

Was die beiden Rathauschefs Horst und Peter Schneider sowie Hafenentwicklerin und OPG-Chefin Daniela Matha in ihren lobenden Worten über die letzlich gute Zusammenarbeit mit dem Verein nur andeuten, spricht Peter Dinkel, Sportkreisvorsitzender und Mediator des zähen Einigungsprozesses, gestern offen an: „Ganz so einfach war es nicht. Ich sollte auf Drängen des Vereins sogar mit dem Innenminister reden.“ Am Ende sei der Deal aber gut gewesen, so Dinkel.

Eine harte Nuss für die Stadt

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Stadt gleicht Ausfälle aus

Tatsächlich hatte die Stadt, die seit 2003 mit dem Thema Hellas beschäftigt ist, mit dem Umzug eine harte Nuss zu knacken. Der Verein konnte sich auf einen bis zum Jahr 2032 laufenden Pachtvertrag berufen, und zeigte sich in den Verhandlungen lange hart. Erst im Mai 2013 waren die für die Verlegung erforderlichen Verträge unterzeichnet worden. Fünf Standorte seien zuvor vertiefend geprüft worden, blickt Daniela Matha zurück. Dass ein von allen favorisiertes neues Domizil in der Nähe des ORV auf der anderen Mainseite am Veto des Frankfurter Umweltamts scheiterte, mag sie indes am liebsten gar nicht mehr zur Sprache bringen.

Am neuen Standort verfügt der 113 Jahre alte Ruderverein Hellas nun über ein rund 2 800 Quadratmeter großes Gelände, auf dem das einstöckige Bootshaus steht. Das Obergeschoss mit prächtigem Blick auf den Fluss prägen ein insgesamt 160 Quadratmeter großer, per Faltwand abtrennbarer Fitness- und Versammlungsraum sowie eine etwa 120 Quadratmeter messende Terrasse. Hinzu kommen Umkleiden, sanitäre Anlagen, Technikraum, Küche und Büro. Im Erdgeschosses befindet sich die große Halle; in ihr finden die rund 60 Boote des Vereins künftig Platz.

Brand auf dem Hellas-Gelände

Brand auf dem Hellas-Gelände

Zwischen dem neuen Hellas-Gebäude und der SG Wiking entsteht ein neuer Parkplatz, der von beiden Vereinen gemeinsam genutzt wird. Dass man es seitens der Stadt gerne gesehen hätte, wenn die Vereinskooperation über den Parkplatz hinaus gegangen wäre, ist gestern kein Thema mehr. Der gesamte Umzug kostet die städtische Hafenentwicklungsgesellschaft OPG wie berichtet rund 1,6 Millionen Euro, der Neubau selbst wird mit einer Million beziffert. Hinzu kommen monatlich 1200 Euro, die der Verein als Ausgleich dafür erhält, dass im neuen Domizil keine Gastronomie mehr betrieben werden kann. Für Hellas-Vorsitzenden Bernd Hübinger ist mit dem neuen Vereinsheim die Basis für die nächsten Generationen geschaffen worden.

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