Hermann Nuber ist bis heute die unbestrittene Ikone des OFC

Der kickende Metzgermeister

Testspiel Offenbacher Kickers - Bayer Leverkusen Rudi Völler, Hermann Nuber und Dieter Müller offizielles Eröffnungsspiel im neuen Stadion
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Kickers-Legenden unter sich: Rudi Völler, Hermann Nuber und Dieter Müller im Juli 2012 während des offiziellen Eröffnungsspiels im neuen Stadion gegen Bayer Leverkusen.

Rudi Völler, Erwin Kostedde, Dieter Müller, Uwe Bein, um nur einige zu nennen – der OFC hat in seiner mittlerweile 120-jährigen Geschichte viele große Fußballer hervorgebracht. Doch bis heute gibt es einen, der unerreicht ist: Kein anderer stand und steht so für Kickers Offenbach und damit auch den Bieberer Berg wie Hermann Nuber.

Um die Bedeutung von Hermann Nuber für Kickers Offenbach zu erklären, bedarf es keiner langen Worte. Nicht ohne Grund steht bereits seit 25 Jahren eine Büste des „Eisernen Hermann“ als Sinnbild für die Fußballtradition am Bieberer Berg vor dem Stadion am Waldemar-Klein-Platz. Keinem anderen Spieler wurde bislang eine vergleichbare Ehre zuteil.

Erstmals stand der am 10. Oktober 1935 in Offenbach geborene Hermann Nuber als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft der Kickers. Zwar ging das Debüt des torgefährlichen Halbstürmers gegen Wormatia Worms vor 5000 Zuschauern unglücklich mit 1:2 verloren. Für den „Eisernen Hermann“ war das Pokalspiel am Bieberer Berg jedoch der Auftakt zu einer ganz großen Karriere.

Bereits zwei Jahre später spielte Nuber mit seinen Kickers in der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft. 1958 stand der Metzgermeister aus der Feldstraße dann sogar im Aufgebot der Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Schweden. Während aber heute der komplette Kader zum Turnier reisen darf, mussten seinerzeit noch vier Spieler auf Abruf in der Heimat bleiben, zu denen leider auch Hermann Nuber gehörte.

Im Jahr nach der WM dann ein weiterer Höhepunkt in einer großen sportlichen Laufbahn des heute 85-Jährigen. Am 28. Juni 1959 stand Nuber mit dem OFC vor 75.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Eine dramatische Begegnung gegen die Frankfurter Eintracht, in der sich die Kickers erst nach Verlängerung dem Rivalen von der anderen Mainseite mit 3:5 geschlagen geben mussten.

Nach dem lange ersehnten Aufstieg der Kickers in die Bundesliga belegte Hermann Nuber dann bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 1968 den zweiten Platz. Nur Franz Beckenbauer konnte seinerzeit noch mehr Stimmen sammeln.

Mit dem Abstieg aus der Bundesliga 1969 beendete Nuber seine Karriere, kehrte aber Anfang 1971 unter Trainer Rudi Gutendorf letztmalig für zwei Partien zurück in die Mannschaft des OFC. Nach seiner aktiven Zeit als Spieler war er als Amateur- und A-Jugendtrainer der Kickers tätig und betreute dort neben anderen die späteren Nationalspieler Uwe Bein, Jimmy Hartwig, Oliver Reck und Rudi Völler.

Rudi Völler war es dann auch, der im März 2013 die Laudatio auf Hermann Nuber hielt, als dieser von der Stadt Offenbach im Capitol für sein sportliches Lebenswerk ausgezeichnet wurde. (Quelle: OFC)

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