Heroinhändler muss hinter Gitter

Offenbach (mcr) ‐ An mazedonischen Drogenhändlern herrscht in den Sitzungslisten des Offenbacher Schöffengerichts kein Mangel. Im jüngsten Fall allerdings haben die Fahnder dem Gericht wohl mehr als einen kleinen Fisch der Rauschgiftbranche geliefert.

Der 23-Jährige, den das Gericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilte, gilt als Drahtzieher auf mittlerer Ebene einer mazedonischen Dealerorganisation.

Der Maschinenbautechniker war 2007 schon einmal wegen Heroinhandels in Frankfurt zu neun Monaten hinter Gittern verurteilt und nach kurzer Zeit abgeschoben worden. Er reise allerdings im Juni dieses Jahres wieder ein, nun offenbar in höherer Position in seiner Organisation.

Bekam Weisungen telefonisch aus Mazedonien

Ihm unterstanden nun zwei oder drei Straßenverkäufer, die nach Geschäften in Offenbach abends mit ihm abrechnen mussten. Er selbst bekam seine Weisungen telefonisch aus Mazedonien, insbesondere wenn eine neue Lieferung reinen Heroins zu erwarten war. Er übernahm die Stellung von einem anderen Mazedonier, der bei den Bossen in Ungnade gefallen war, weil er in die eigene Tasche wirtschaftete.

Frankfurter Drogenfahnder spürten den 23-Jährigen in einem Offenbacher Innenstadt-Hotel auf, fanden 120 Gramm hochwertiges, noch wenig gestrecktes Heroins mit einem Straßenpreis von rund 8 000 Euro. Außerdem gab der Ertappte aus freien Stücken zu, im Juli weitere 350 Gramm reines Heroin in Neu-Isenburg übernommen und für 15 000 längst an seine Chefs überwiesene Euro verkauft zu haben. Wie viel Geld für ihn geblieben wäre, falls er nicht erwischt worden wäre, konnte das Gericht nicht mehr feststellen. Die Schätzung beläuft sich auf rund 6 000 Euro monatlich. Der Mazedonier nahm das Urteil an.

Rubriklistenbild: © dpa

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