An der Schillerschule

Hessens beste Schülerzeitung: Unsere Maulwürfe haben’s drauf!

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Die preisgekrönte Maulwurfredaktion aus dem Jahr 2004 konnte das Layout schon an einem Computer gestalten. Die Redakteure von damals (von links): Simone Metzger, Linda Lou Fassauer und Moritz Dutkowski.

Offenbach - Die Schülerzeitung der Schillerschule ist ein echtes Erfolgsprodukt aus Offenbach. Bereits zum zwölften Mal ist „Der Maulwurf“ vom hessischen Kultusministerium zur besten Schülerzeitung des Landes gekürt worden, einmal war sie es sogar bundesweit. Von Rebecca Röhrich

Seit 30 Jahren ist Lehrer Wolfgang Grünleitner die treibende Kraft. Nächstes Jahr geht er in Rente. „Schau mal, in dem Jahr wurde ich geboren!“, ruft Senel Özdemir und nimmt lachend eine Schülerzeitung aus dem Jahr 1998 in die Hand. Ihre Freundin Katarina Vujadinovic greift nach einem Exemplar aus dem Jahr 2003. Letztes Jahr waren die beiden Mädchen die Chefredakteurinnen der Schülerzeitung „Der Maulwurf“ und konnten sich über die zwölfte Auszeichnung als beste Schülerzeitung Hessens in der Kategorie Real-/Gesamtschule freuen. In allen Farben des Regenbogens liegen die Schülerzeitungen dicht an dicht auf einem großen Tisch. Die Werkschau aus 30 Jahren Publizistik an der Schillerschule. Eine Schülerzeitung, die im Jahr 2007 sogar als Deutschlands beste Schülerzeitung gekürt wurde. AG-Leiter Wolfgang Grünleitner lässt ein bisschen wehmütig seinen Blick über die bunten Heftchen gleiten. Alle 54 Ausgaben sind unter seiner Aufsicht entstanden. Die erste Ausgabe ist 1986 erschienen, damals noch in DIN-A5-Format. Damals wurden die Texte noch auf einer Schreibmaschine geschrieben, von Hand illustriert und in Schwarz-Weiß auf buntes Papier gedruckt.

Gegründet wurde die Schülerzeitung aber nicht von dem engagierten Lehrer, sondern von zwei Schülerinnen. „Sie fragten mich, ob ich das Projekt als Lehrer betreuen könnte“, erzählt der 64-jährige Lehrer der Mathematik und der Gesellschaftslehre. Dem engagierten Mann gefiel die Idee, er sagte zu.

Die erste Ausgabe erschien im Jahr 1986

Er habe selbst als Schüler eine Schülerzeitung gegründet, erzählt der gebürtige Bayer, während er mit den Schülerinnen vor den bunten Zeitungen sitzt. 1969 sei das gewesen. Allerdings habe es Ärger gegeben, und er sei für sein journalistisches Wirken von der Schule geflogen. Mehr wolle er nicht erzählen. Aber die Erinnerung daran amüsiert ihn offensichtlich, denn er muss ein bisschen lachen. Senel und Katarina machen große Augen. Diese Geschichte aus der Vergangenheit ihres Lehrers ist ihnen neu. Ursprünglich wurde die Zeitung „Der Maulwurf“ genannt, weil die Schüler tief vergrabene Skandale aufdecken wollten. „Aber leider gibt es an einer Schule in der Regel nicht so viel aufzudecken“, erzählt Grünleitner lachend. Trotzdem ist der Name geblieben. Er ist sogar zu einer regelrechten Marke geworden. Investigativ und kreativ ist die Schülerzeitung. In der jüngsten Ausgabe beschäftigen sich die jungen Redakteure mit der „Generation Kopf unten“ und thematisieren den Smartphone-Konsum der Schülerschaft. Hinzu kommen Berichte über Schulausflüge und Sportfeste.

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So ist „Der Maulwurf“, der meist einmal im Jahr erscheint, auch immer so etwas wie ein Jahrbuch, das von den Schülern sehr gern gelesen wird. „Mittlerweile bestellen wir ein Exemplar für jeden Schüler“, erzählt Grünleitner. Auch neue Lehrer bekommen als erstes ein Exemplar in die Hand gedrückt. So war das auch bei Andrea Kahrer, die 2012 an die Schillerschule kam. Die Junglehrerin war sofort von der 60 Seiten starken Zeitung begeistert. Jetzt wird sie die AG-Leitung sukzessive übernehmen. Die nächste Ausgabe betreuen die Lehrer noch gemeinsam. Dann geht Grünleitner in den Ruhestand, Kahrer tritt in seine großen Fußstapfen. „Ich hoffe, die Schüler sehen es mir nach, wenn wir nicht gleich einen Preis gewinnen“, sagt die Kahrer lachend. An der Zeitung möchte sie nichts ändern. Warum auch? Ist „Der Maulwurf“ doch ein echtes Erfolgsprodukt!

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