Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung

27 hessische Schulen ausgezeichnet

+
Das Team der Bachschule Offenbach mit den Leiterinnen Veronika Schneider und Michaela Makosz (von links) sowie Anika Gehrke und Robert Zameski nach der Gütesiegelübergabe

Offenbach - Immer mehr hessische Schulen bieten Lernenden eine intensive Berufs- und Studienorientierung an, um sie so gut wie möglich auf die spätere Arbeitswelt vorzubereiten. Von Harald H. Richter  

Für Konzepte im Übergang von der Schule zum Beruf wurden 27 hessische Bildungseinrichtungen mit dem Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung ausgezeichnet. Es wird seit dem Schuljahr 2010/11 Lernorten verliehen, die bei der Einbindung außerschulischer Partner ein handlungsorientiertes, fächerübergreifendes und arbeitsweltbezogenes Konzept umsetzen. „Das geschieht in vielen Schulformen höchst respektabel, aber es gibt auch noch Nachholbedarf – besonders auf dem Gymnasialsektor. “ Das sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gestern in Offenbach anlässlich der Verleihung des Gütesiegels Berufs- und Studienorientierung Hessen an 27 Schulen des Landes, die neu oder wiederholt zertifiziert wurden.

Es gehe um eine Querschnittsaufgabe aller Schulformen. „Wer etwa eine duale Ausbildung aufnimmt, erschließt sich vielfältige berufliche Möglichkeiten.“ Ihn freue es, dass Hessen im Bundesländervergleich die wenigsten Schulabbrecher habe. Das Bemühen, Jugendliche durch fundierte Beratung und Orientierungshilfen bestmöglich auf Ausbildung und Arbeitsleben vorzubereiten, trage offenbar Früchte, folgert Al-Wazir.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, verwies darauf, dass in diesem Jahr zwar 540.000 offenen Lehrstellen 520.000 Bewerber gegenüberstünden – dennoch könnten nicht überall die Ausbildungsplätze besetzt werden. „Wer seinem Wunschberuf näher kommen will, muss bereit sein, eine Lehre auch weiter entfernt vom Heimatort zu beginnen“, forderte Scheele mehr Flexibilität bei den jungen Leuten ein.

Eine andere gesellschaftliche Herausforderung stelle die Eingliederung junger Flüchtlinge dar. Derzeit befänden sich 25.000 in Ausbildung, aber 39.000 seien als suchend gemeldet. Hessens Kultusstaatssekretär Manuel Lösel nannte es ein besonderes Anliegen, die Gleichwertigkeit der verschiedenen Ausbildungswege zu stärken. „Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern erweist sich als äußerst fruchtbar, was nicht zuletzt die stetig steigende Zahl der Zertifizierungen bestätigt.“

Bilder: Abschlussfeier an der Bachschule

Hintergrund: Seit der Einführung vor acht Jahren wurden 203 Erstzertifizierungen ausgesprochen. Aktuell tragen 110 Schulen das Gütesiegel. Es kennzeichnet die damit geehrten Schulen als richtungsweisende Beispiele für eine qualitativ hochwertige Berufsvorbereitung, die für die Lernenden Perspektiven der Selbstverwirklichung und individuellen Lebensgestaltung eröffnet.

Gestern erhielten sieben Schulen eine Rezertifizierung, die wiederum für drei Jahre gilt. Darunter ist als einzige aus der Stadt Offenbach die Bachschule, eine Haupt- und Realschule mit Förderstufe. Zum zweiten Mal bestätigt wurden neben Bildungseinrichtungen aus anderen Landesteilen die Don-Bosco-Förderschule in Seligenstadt und die Alfred-Delp-Schule in Dieburg.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare