„Nicht einfach ausharren“

Heuschnupfen-Saison im vollem Gange

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Bei der Lungenfunktionsmessung im Allergie-Mobil.

Offenbach - Trotz der eher noch winterlichen Atmosphäre fliegen bereits die ersten Pollen. „Seit zwei Wochen tränen schon wieder meine Augen und die Nase ist verstopft“, beklagt sich eine ältere Frau. Von Sabrina Kristen

Schuld sind unter anderem die Hasel und die Birke, die beide zu den Frühblühern zählen.

Viele Heuschnupfen-Geplagte sind gestern zum Allergie-Mobil des Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) gekommen, das Station in der Offenbacher Innenstadt gemacht hat.

„Wir wollen den Menschen begreiflich machen, dass man eine Pollenallergie nicht einfach ausharren kann“, erklärt Reiner Ebel. Der Allergie-Experte will die Besucher auf etwaige Folgen wie chronisches Asthma aufmerksam machen. Aus diesem Grund führt der Spezialist bei Bedarf eine Lungenfunktionsmessung in dem kleinen, umgebauten Wohnwagen durch.

Heuschnupfen kann wirklich jederzeit eintreten

„Das Schlimme ist, dass Heuschnupfen wirklich jederzeit eintreten kann. Umgekehrt kann er aber auch einfach wieder verschwinden“, so Ebel. Nach Angaben des DAAB leiden rund 30 Prozent der Bundesbürger an Heuschnupfen. Meist seien Städter häufiger betroffen als Menschen, die in ländlichen Gegenden leben.

Die zunehmende Zahl der Allergie-Geplagten erklärt der Spezialist wie folgt: „Früher wurden die Kinder nicht so steril erzogen. Da wurde draußen bei Wind und Wetter gespielt. Gegenwärtig sitzen einfach viele nur noch vor dem PC oder Fernseher.“

Dass der Heuschnupfen komplett bekämpft werden kann, ist zwar noch nicht möglich, jedoch kann er mit den richtigen Verhaltensweisen stark in seine Schranken gewiesen werden. „Wichtig ist es, die getragene Kleidung nicht ins Schlafzimmer zu legen“, so Ebel. Außerdem sollten die Haare möglichst abends frisch gewaschen und somit von den lästigen Pollen befreit werden.

„Zwei Wochen von Leid erlöst“

„Trotz Pollen-Saison bin ich jedes Jahr beim Urlaub in Garmisch-Partenkirchen für zwei Wochen von meinem Leid erlöst“, berichtet eine geplagte Offenbacherin. Die Erklärung: Gerade in Hochgebirgslagen, am Meer und auf Inseln ist die Luft weitestgehend pollenfrei - eine wahre Erleichterung für Allergiker.

Eine weitere Möglichkeit, um den Heuschnupfen etwas einzuschränken ist die so genannte Hyposensibilisierung. Hierbei wird die Allergie an ihrer Ursache therapiert. Der Patient erhält sein Allergen in steigender Dosis, um ihn so gegen die Pollen unempfindlich zu machen. Neben der Linderung der Symptome dient die Hyposensibilisierung vor allem der Asthma-Vorbeugung.

Allergie verschwindet nicht komplett

„Zwar tritt durch diese Methode bei rund 80 Prozent der Patienten eine Linderung ein, die Allergie verschwindet jedoch nicht komplett“, erklärt Experte Ebel vom DAAB. Mithilfe der Hyposensibilisierung und der zusätzlichen Einnahme von Medikamenten könne man aber gegen den Heuschnupfen entschieden vorgehen.

Im Bereich der medikamentösen Behandlung werden häufig Antihistaminika eingesetzt. Diese wirken Entzündungsreaktionen entgegen und bekämpfen den Juckreiz. Ein Linderung soll bereits 15 Minuten nach der Einnahme eintreten. „Jedoch sollte vor allem mit Nasensprays sorgsam umgegangen werden, da bei übermäßiger Anwendung die Nasenschleimhäute beschädigt werden“, so Ebel.

Die zehn besten Tipps bei Heuschnupfen

Die zehn besten Tipps bei Heuschnupfen

Warum manche Menschen überhaupt eine Allergie bekommen ist laut Ebel bis heute noch nicht erforscht. „Von einem erhöhten Risiko kann man allerdings beim Wechsel der Lebensabschnitte sprechen.“ So tritt Heuschnupfen besonders häufig beim Eintritt in die Pubertät oder bei Beginn der Wechseljahre auf.

Mit der richtigen Verhaltensweise und Medikamenten kann der Heuschnupfen jedoch so im Zaum gehalten werden, dass dem Frühling halbwegs gelassen entgegengesehen werden kann.

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