HfG-Dependance in Berlin

Offenbach - Die Hochschule für Gestaltung befindet sich weiterhin auf dem Kurs einer allumfassenden Erneuerung. Dazu zählt auch die Einrichtung einer Dependance in der deutschen Kunsthauptstadt Berlin. Im April haben die Offenbacher im dortigen Stadtteil Wedding eine kleine Galerie eröffnet, zu der eine angeschlossene Ein-Raum-Wohnung als kurzzeitige Übernachtungsmöglichkeit gehört.

Mit temporären Ausstellungen möchte die HfG in der Berliner Szene auf sich aufmerksam machen. Ohnehin haben zahlreiche Lehrbeauftragte der HfG ihren Wohnsitz in Berlin. Weitere Städte für solche Minigalerien wären in Zukunft möglich. „Es wären Satelliten, ohne die Verbindung zur Bodenstation zu verlieren“, erläuterte HfG-Präsident Bernd Kracke.

Das nächste größere Projekt, mit dem sich die Hochschule öffentlich präsentieren möchte, ist beinahe vor Ort beheimatet - die Einbindung in den Frankfurter „Heinrich Hoffmann Sommer“. Die gesamte gestalterisch-künstlerische Umsetzung der Festivitäten zum 200. Geburtstag des „Struwwelpeter“-Schöpfers lag nämlich in HfG-Händen (Bericht folgt).

Auch an der HfG-Basisstation in der Offenbacher Innenstadt verändert sich weiter viel. Das verdeutlichte Kracke gestern bei einer Pressekonferenz. Mitte Juni wird der seit Herbst 2008 vom „Hessischen Baumanagement“ organisierte, 500 000 Euro teure Umbau im Erdgeschoss des Isenburger Schlosses beendet sein. Unter Erhalt des historischen Raumeindrucks wurden behutsame Kernbohrungen für eine aufwändige Lichtinstallation vorgenommen, außerdem eine raumsparende Fußbodenheizung verlegt.

Während in der westlichen Kapelle ein Seminarraum für die Fotografieklasse entsteht, die bislang teils in Gängen unterrichtet werden musste, wird im östlichen Trakt ein Multifunktionsraum eingerichtet. Ab Juli beginnt die Komplettrenovierung der Aula im Hauptbau der Schule. Zusätzliche Hängeflächen, ein System für schattenfreies, „white cube“-Licht und eine akustische Anlage werden eingebaut. Zudem, so Bernd Kracke, „soll die alte architektonische Struktur des Raums klarer werden“. Eine weitere Maßnahme wird sich der Absenkung der Temperatur im erst 2003 bezogenen modernen Westflügel des Gebäudes widmen - die teure Korrektur eines Planungsfehlers also.

Nach Krackes Auskunft soll es im Sommer 2010 dann endlich mit der Pflasterung des Schlossplatzes losgehen. Eine nicht nur städtebaulich drängende Aufgabe, denn, so Kracke, alle Ideenspiele für einen HfG-Umzug auf die Maininsel änderten nichts daran, dass der Campus noch absehbar in jedem Fall zehn Jahre Teil der Hochschule bleibe.

Seit Beginn des Sommersemesters ist ein neues Internet-Studienportal online, das mit Hilfe des Landes eingerichtet wurde. Studierende können Prüfungen vorbereiten, Stundenpläne, Studienverlauf und Notenspiegel einsehen. Außerdem können Studienbescheinigungen ausgedruckt und Bewegungen im persönlichen Gebührenkonto nachvollzogen werden.

Erstmals zum diesjährigen HfG-Rundgang im Juli wird ein Rundgangpreis der Frankfurter „Dr. Marschner Stiftung“ vergeben. Eine interne Jury prämiert fortan jährlich eine hervorragende Studenten-Arbeit, die mit 2 500 Euro honoriert wird.

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