Hilfe zur Abstinenz

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Für sein langjähriges Engagement in den Kreuzbundgruppen wurde Günter Rögner von Oberbürgermeister Horst Schneider (rechts) mit der Bürgermedaille in Bronze geehrt, für Lebensgefährtin Vera Strauss gab es einen sommerlichen Blumenstrauß.

Offenbach - (siw) Mit der Bürgermedaille in Bronze zeichnete Oberbürgermeister Horst Schneider Günter Rögner aus. Es ist schon das zweite Mal, dass der Bürger geehrt wird.

Das erste Mal nahm er, zusammen mit Karl-Heinz Einschütz, im November 1992, stellvertretend für die Kreuzbundgruppen in Offenbach, den Ferdinand-Kallab-Preis entgegen. Diese Auszeichnung bekamen die Gruppen für ihre erfolgreiche Arbeit.

Ihnen war es unter anderem zu verdanken, dass rund 80 Prozent der Hilfesuchenden in Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle ohne Klinikaufenthalt zum völligen Alkoholverzicht gebracht werden konnten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Der Kreuzbund ist eine Helfergemeinschaft für Suchtkranke und deren Angehörige und der größte Sucht-Selbsthilfeverband in Deutschland mit rund 1 600 Gruppen, mit etwa 30 000 Menschen. Hier erfahren Abhängige, deren Familienangehörige und Suchtgefährdete durch Gespräche Hilfe zur Selbsthilfe. In der Gruppenarbeit soll den Teilnehmenden ermöglicht werden, sich im Alltag zurechtzufinden, ihre Probleme zu lösen und eine positive Lebenseinstellung zu gewinnen. Durch individuelle Betreuung sollen die Gesundungschancen für Sucht betroffene Menschen und Angehörige erhöht und Suchtkranke wieder eingegliedert werden in Familie, Beruf und Gesellschaft.

Diesmal wurde Rögner als Person geehrt, und zwar für sein langjähriges Engagement in den Selbsthilfegruppen. Seit deren Gründung im Jahre 1971 ist er der Leiter der Selbsthilfegruppe Offenbach 2. Allein 26 Jahre saß er dem Stadtverband vor, der in dieser Zeit auf acht Gruppen angewachsen ist.

In den vergangenen 38 Jahren hat der Geehrte den Kampf gegen die Volkskrankheit Alkoholismus aufgenommen, indem er viele Stunden ehrenamtliche Arbeit der Suchthilfe widmete. Persönliche und telefonische Betreuung von Abhängigen und ratlosen Familienangehörigen, Besuche in Kliniken, Öffentlichkeitsarbeit sowie der Besuch von Seminaren und Weiterbildungen für die qualifizierte Suchthilfe hat er absolviert. Er hat sich immer dafür eingesetzt, den Kreuzbund in Stadt und Kreis bekannt zu machen, Betroffenen einen Weg zur zufriedenen Abstinenz zu zeigen. Auch heute ist er noch aktiv als Gruppenleiter und beratend für den Verband tätig.

Schneider würdigte das Engagement von Rögner und den Helfern in den Kreuzbundgruppen. Diese Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Es ist nicht einfach, Kranken und deren Angehörigen den Weg aus der Sucht zu zeigen. Zuerst muss die Schwellenangst bezwungen werden, aber danach werden alle, die Hilfe wollen, begleitet.

Alle Helfer sind ehemalige Suchtkranke, die aus ihren eigenen leidvollen Erfahrungen ihre Unterstützung anbieten. Die Organisationen arbeiten kontinuierlich mit den Fachberatern des Caritasverbandes zusammen. Sie haben aber auch Kontakt zu Fachkliniken, wo sie an Gruppengesprächen mit solchen Personen teilnehmen, die sie nach dem therapeutischen Entzug in der Gruppe weiter begleiten. Der dreidimensionale Ansatz: Helfergruppe – Fachberatungsstelle – Fachklinik hat sich in den vergangen Jahren sehr bewehrt.

Gruppenstunden finden täglich in den Räumen des Stadtverbandes an der Kaiserstraße 44 statt, die Info-Gruppe ist in den Räumen der Psychiatrischen Klinik am Starkenburgring untergebracht.

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