Schulbau- und -sanierungsprogramm

Hilfe beim Schulabschluss

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Schnell weg damit? Mit Mathematik stehen viele Teilnehmer auf dem Kriegsfuß.

Offenbach - Bildung ist in Offenbach das zentrale Thema. Trotz klammer Kasse stemmt die Stadt seit 2007 ein millionenschweres Schulbau- und -sanierungsprogramm. Es wird aber nicht nur in Steine investiert...

Schule ist heute weit differenzierter als noch vor dreißig Jahren. Den Weg zum erfolgreichen Schulabschluss versieht der Staat mit etlichen Hilfen. Da gibt es „EIBE“ (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) und „SchuB“ (Lernen und Arbeiten in Schulen und Betrieben) oder aber auch „BiBer“ (Brücke in den Beruf). Da büffeln   Offenbacher Haupt-, Real- und Gesamtschüler für bessere Noten. „Freiwillig“, wie die Organisatoren betonen – und das schließt die Osterferien mit ein.

„Ich hatte im ersten Halbjahr drei Fünfer im Zeugnis und vier Vierer. Dann war ich mehrmals hier und hatte im Endzeugnis nur noch eine Fünf. Und jetzt habe ich mich in jedem Fach um eine Note verbessert“, sagt Kristian. Der Neuntklässler ist einer von 220 jungen Menschen, die seit zwei Jahren eine „Brücke in den Beruf“ schlagen wollen. Tag für Tag kommen etwa 20 Schüler in die Räume der Hassia-Fabrik, um sich in Kleingruppen fit zu machen auf die Abschlussprüfungen oder den Sprung in die nächste Klasenstufe zu schaffen. Viele nutzen das Projekt auch, um ihre Hausaufgaben zu erledigen, Praktikumsberichte und Referate zu schreiben oder um sich auf Präsentationen und Prüfungen vorzubereiten. Auf Platz eins der Rangliste der fachlichen Betreuung liegt das Fach Mathematik. „Hier entstehen im gängigen Unterricht Lücken, die wir durch verschiedene Lehrmethoden und individuelle Erklärungen aufarbeiten“, erläutert Projektleiter Ralph Kersten.

Das Projekt bietet nicht allein „Nachhilfe“. Es werden intensive Gespräche zur Berufsfindung geführt und Tests zur Berufsorientierung gemacht. Die Pädagogen helfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und begleiten die Schüler bei der Bewerbung auf Ausbildungsstellen. Betriebsbesichtigungen und erlebnispädagogische Übungen sind wesentliche Inhalte. Im vergangenen Jahr besuchten 40 Jugendliche einwöchige Lerncamps.

Roboter im Unterricht

Lehrer schätzen das Unterstützungsangebot. „BiBer bietet Ansprechpartner, die mit Jugendlichen professionell Berufsorientierung betreiben. Besonders interessant ist die Chance, mit echten Personalverantwortlichen aus Unternehmen Bewerbungsgespräche mit den Schülern zu simulieren. Hier bekommen sie Tipps von Experten. Das ist etwas anderes, als das Thema nur theoretisch zu behandeln“, so Karsten Klages, Lehrer an der Schiller-Schule.

Das zahlt sich unterm Strich aus: Zehn Teilnehmer konnten 2013 direkt in eine Ausbildungsstelle vermittelt werden, 86 aufgrund der deutlich verbesserten Schulleistungen auf eine weiterführende Schule wechseln. Daher ist auch Schuldezernent Felix Schwenke vom Ansatz des Projekts überzeugt: „In einer Stadt wie Offenbach müssen wir uns aktiv darum kümmern, für alle Jugendlichen gute Chancen für Ausbildung und Beruf zu schaffen. Ich freue mich, dass es in immer mehr Fällen gelingt, auch für benachteiligte Jugendliche mit schlechteren Startchancen Bildungskarrieren in Gang zu bringen.“ Das seien die besten Voraussetzungen für gutes Einkommen, sozialen Status und Integration.

Weiterführende Schule in Offenbach

Weiterführende Schulen in Offenbach

Angegliedert ist „BiBer“ übrigens bei der kommunalen Arbeitsförderung. Allein mit kommunalen Geldern geht auch das nicht. Es wurde von der Stadt mit Mitteln des EU-Förderprogramms „Xenos“ eingerichtet. 

mk

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