Hilfe für künftige Firmenchefs

+
Elisabeth Neumann vom Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) in Offenbach.

Offenbach - Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise führt zu immer mehr Gründungen. „Die Zahl der Anfragen ist deutlich gestiegen“, sagte Elisabeth Neumann vom Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) in Offenbach unserer Zeitung. Von Marc Kuhn

Die Projektgesellschaft hat sich das Ziel gesetzt, Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu helfen. 16 Angestellte sowie etwa 60 Berater und Trainer an elf Standorten in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen arbeiten für KIZ. Bei der Gründung 1997 sei die Idee, Gründer aus der Arbeitslosigkeit heraus zu begleiten, belächelt worden, erinnert sich Sabine Berg von KIZ. Mittlerweile sei dieser Weg etwas Normales geworden.

80 Prozent der Gründer nach drei Jahren noch am Markt

Mehr als 10000 Menschen sind nach Angaben von KIZ bisher unterstützt worden. Nach einer Erhebung der Gesellschaft für Arbeitsmarktaktivierung in Berlin aus dem Jahr 2006 seien mehr als 80 Prozent der Gründer auch nach drei Jahren noch am Markt. Diese Quote liege deutlich über allen Vergleichsstudien aus dem Bundesgebiet. „Unser Slogan lautet: Wachsen Sie“, erklärte Neumann.

Im Vordergrund stehe nicht der Businessplan, sondern der Mensch, berichtete sie weiter. Die Ideen der Gründer hätten sich im Laufe der Jahre geändert, fügte Berg hinzu. Vor einigen Jahren hätten sie vor allem mobile Jobs angestrebt - beispielsweise wollten sie mobile Friseure werden. Heute stünden wieder alle Dienstleistungen im Vordergrund.

Bei der Gründung 1997 sei die Idee, Gründer aus der Arbeitslosigkeit heraus zu begleiten, belächelt worden, erinnert sich Sabine Berg von KIZ.

In den vergangenen Jahren sind von KIZ immer neue Projekte ausgearbeitet worden. Finanziert würden sie vom Land, dem Bund, der EU, den Agenturen für Arbeit oder Stiftungen. „Oft gibt es auch Mischfinanzierungen“, erläuterte Berg. „Ziel aller Projekte ist die Integration in den Arbeitsmarkt.“ Das Konzept „Neustart“ richtet sich beispielsweise an Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen. „Tiefer kann man nicht fallen“, sagte Neumann. Drei Gründungsphasen würden unterschieden, berichtete Berg. Zunächst gehe es um die Orientierung. Die angehenden Gründer müssen sich mit Chancen und Risiken ihrer Geschäftsidee auseinander setzen. Die persönliche Eignung des Interessierten wird von KIZ überprüft. „Ein erste Filter“, erläutert Berg, schließlich ist nicht jeder für die Selbstständigkeit geeignet. In der zweiten Phase gehe es um die Entwicklung des Konzepts. In den acht Woche sei viel Beratung nötig. Schließlich werde in der Startphase die Umsetzung der Gründung betreut.

Verschiedene Kredite im Angebot

KIZ biete angehenden Selbstständigen zudem Kleinkredite an, erklärte Neumann. Abgewickelt würden sie über die Sparkasse Offenbach und die GLS Bank. Über das Projekt Indigo könnten Frauen Kredite beantragen. Der Ostpol-Kredit ist für Offenbacher gedacht. Die Mikrofinanzierungen seien erfolgreich, erklärte Neumann. Bisher seien insgesamt 53 Kredite vergeben worden. Es habe kaum Ausfälle gegeben.

KIZ bietet auch Projekte für über 50-jährige Arbeitslose an. Die Gründung eines Unternehmens steht bei diesem Vorhaben nicht im Vordergrund. Ziel ist es vielmehr, die Teilnehmer in Arbeit zu bringen. Im Pilotprojekt im vergangenen Jahr konnte eine Erfolgsquote von 70 Prozent erreicht werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare