Hilfe für unheilbar Kranke

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In freundlichen Farben präsentiert sich die neue Palliativstation am Klinikum. Gestern wurde die Einrichtung eingeweiht (von links): Hermann Schoppe, Vorsitzender des Fördervereins des Klinikums, Professor Nikolaos Zamboglou, Chefarzt der Strahlenklinik, Edith Bayer, Pflegediensleiterin der Palliativstation, Dr. Hans-Georg Vogt, Leiter der Station, Pflegedirektorin Sabine Braun sowie Krankenhausdezernent und Stadtkämmerer Michael Beseler.

Pastellfarbene Wände, eine ruhige Atmosphäre und wenig Apparatemedizin - im Dr. Erich-Rebentisch-Zentrum am Klinikum Offenbach wurde gestern eine Palliativstation offiziell eingeweiht, die sich seit Anfang des Monats um unheilbar Kranke kümmert, ihnen mehr Lebensqualität und Schmerzlinderung bieten will. Von Matthias Dahmer

Für die neue Einrichtung ist eine frei gewordene Station im Erdgeschoss des Rebentisch-Zentrums in den vergangenen elf Monaten für 670.000 Euro renoviert und mit Unterstützung des Fördervereins des Klinikums eingerichtet worden. Die Palliativstation, eine von nunmehr neun in ganz Hessen, verfügt auf 731 Quadratmetern über zehn Betten in Einzel- und einem Doppelzimmer mit jeweils eigenem Sanitärbereich. Sie ist derzeit zur Hälfte belegt. Klinikum-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt bezeichnet die Station, deren Refinanzierung über die Kostenträger sichergestellt sei, als ein „Juwel“ im Angebot des Krankenhauses und einen „Gewinn für Offenbach“. Bislang habe ausschließlich ein ambulantes Palliativ-Team diese Patienten betreut. Die Station verstehe sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum geplanten Hospiz am Ketteler-Krankenhaus, so Schmidt.

Zwar seien die Grenzen fließend, erläutert Dr. Hans-Georg Vogt, ärztlicher Leiter der Station. Doch im Gegensatz zum Hospiz, wo die Kranken bis an ihr Ende begleitet werden, habe die Palliativstation das Ziel, Beschwerden von Patienten mit unheilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankungen zu lindern, wenn möglich ihre Situation zu stabilisieren, so dass sie wieder in ihr häusliches Umfeld oder in eine andere Betreuungseinrichtung entlassen werden können. Um die Patienten kümmert sich ein Team aus fünf Ärzten und 13 Pflegekräften. Sie werden von Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und Seelsorgern unterstützt.

Unterstützung für die neue Einrichtung gab’s auch vom 135 Mitglieder zählenden Förderverein des Klinikums. Für 50.000 Euro spendierte  er unter anderem Mobiliar und die farbliche Gestaltung. „Wir finanzieren nicht die Grundaufgaben des Hauses“, betont Vereinsvorsitzender Hermann Schoppe, der für sein Engagement großes Lob von Klinik- und Stationsleitung erhält.

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